Blindheit als Figur des Wissens in Literatur und Film
Programmförderung BMBF 2011–2012
Leitung: Anne-Kathrin Reulecke
I. Projektbeschreibung
Das Projekt untersucht die bis zur Antike zurückgehende kulturhistorische Tradition in Bild und Schrift, die die Blindheit an einer Schnittstelle zwischen soma und sema, zwischen konkreter Leiblichkeit und übertragener Bedeutung in Szene setzt. Trotz des immensen Zuwachses an optischem Wissen seit dem 17./18. Jahrhundert und der Begründung der Ophthalmologie im 19. Jahrhundert und trotz des daran anknüpfenden aufklärerischen Einsatzes von Blindenpsychologie und -pädagogik schreibt sich die Allegorisierung von Blindheit in der Moderne fort. An signifikanten Beispielen wird untersucht, wie Literatur und Film die eingeführten Diskurse zur Blindheit − die moralische Ursachen der Behinderung behaupten oder besondere Fähigkeiten Blinder als anthropologisch relevante Sonderfälle verhandeln − ihrem Genre bzw. Medium entsprechend modifizieren. Blindsein fungiert dabei nicht nur als prominente Figur des Wissens/Nicht-Wissens, sondern auch als Medium der literarischen und filmischen Selbstreflexion.
Anne-Kathrin Reulecke hat seit April 2012 eine Professur für Neuere deutschsprachige Literatur an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Karl-Franzens-Universität in Graz inne. Dort wird das Projekt von ihr inhaltlich fortgeführt. Im Februar 2013 veranstaltet sie am ZfL gemeinsam mit Margarete Vöhringer eine Tagung zum Thema »Sehstörungen«.
(Abb.: Selbstporträt des blinden Jorge Luis Borges, o. J.)
II. Veranstaltungen
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21.02. –
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Interdisziplinärer Workshop
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