Emotion and Motion

  1. Projektbeschreibung
  2. Publikationen
  3. Veranstaltungen

Programmförderung BMBF 2008-2010
Leitung: Sabine Flach, Jan Söffner


Im Zentrum des Projekts stand die Frage nach der Verwiesenheit von Emotionalität und Körperlichkeit im Rahmen kultureller Praktiken, Techniken und Habitualisierungen. Anhand von Analysen der Bewegungen des Körpers im Verhältnis zu der ihnen jeweils innewohnenden Emotionalität ließ sich das Konzept eines emotionalen Habitus erarbeiten. Dieser wiederum ist jeweils ohne ein Verhältnis zu einem angestammten oder ungewohnten Habitat nicht beschreibbar. Das Verhältnis von Habitus und Habitat situiert sich dabei jeweils im Spannungsfeld von Haltung zu einer äußeren Welt einerseits und verstetigter Situiertheit und Eingebettetheit in eine Welt ohne innen und außen andererseits. Es zu beschreiben erfordert einen phänomenologischen Zugriff, der sowohl Fragen der Subjektivität und Identität, also auch solche des Enaktiven umspannt.

Diesen Fragen näherte sich das Projekt in Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichem Wissen und kulturell-historischen Figurationen von Emotionen. Insbesondere künstlerische und literarische Inszenierungen artikulieren das Verhältnis von Innen/Außen als eine wechselseitige Bedingtheit und loten Emotionen in Bezug auf Bildlichkeit, Musikalität und Körperlichkeit aus, wobei die Bewegung des Körpers konstitutiver intrinsischer Bestandteil oder als Index eingetragen ist. Entsprechend ließen sich Emotionen in Bezug auf Zeitlichkeiten und Topographien eines ‚Zwischen‘ fassen. Emotionalität wurde nicht allein als innerlich-subjektives Geschehen verstanden, sondern auch als eine Körpererfahrung, der Sinn und Bedeutung immanent ist.

Für die Arbeit an diesem Projekt erwiesen sich die Kooperationen mit der Berlin School of Mind and Brain und der Kolleg-Forschergruppe Bildakt und Verkörperung an der Humboldt-Universität Berlin als fruchtbar, in deren Rahmen sich der Arbeitskreis Habitus in Habitat entwickelte. Den spezifischen Fragen des Projekts Emotion and Motion wurde zudem auf drei interdisziplinären Tagungen einer gleichnamigen Tagungsreihe nachgegangen, die im Rahmen dieser Kooperation konzipiert wurden: Emotion and Motion, Other Sides of Cognition und Synaesthesia and Kinaesthetics. Deren Ergebniss liegen in publizierter Form vor.

Der einenden Frage nach einem emotionalen Habitus gehen Sabine Flach und Jan Söffner zudem in der Monographie Emotionaler Habitus. Verkörperte Sinnlichkeit zwischen Subjektivität und Umweltrelation nach, der die Ergebnisse des Projekts zusammenfassen und einen Ausblick auf zukünftige Fragestellungen eröffnen wird (erscheint 2012). Im Rahmen der Untersuchung einer je spezifischen Medialität und Performativität in (Literatur, Video, Film, Musik, Tanz, Theatralität) wird hier ein Begriff des Habitus herausgearbeitet, der weder auf Fragen eines Symbolischen noch auf solche des Ausdrucks zu reduzieren ist.

Publikationen

Natur, Wissenschaft und die Künste/Nature, Science and the Arts/Nature, Science et les Arts - Band 8
Habitus in Habitat III
Synaesthesia and Kinaesthetics

Verlag: Peter Lang, Bern, 2011
275 Seiten
ISBN: 978-3-0343-0532-7

Weitere Informationen


Natur, Wissenschaft und die Künste/Nature, Science and the Arts/Nature, Science et les Arts - Band 3
Habitus in Habitat I
Emotion and Motion

Verlag: Peter Lang, Bern, 2010
260 Seiten
ISBN: 978-3-0343-0530-3

Weitere Informationen


Natur, Wissenschaft und die Künste/Nature, Science and the Arts/Nature, Science et les Arts - Band 4
Habitus in Habitat II
Other Sides of Cognition

Verlag: Peter Lang, Bern, 2010
266 Seiten
ISBN: 978-3-0343-0531-0

Weitere Informationen