Gehirn und Text. Zusammenhänge zwischen dem neurologischen Begriff des autobiographischen Gedächtnisses und der literarischen Autobiographie
2008–2010
Leitung: Sonja Mählmann
2008–2010
Dissertationsprojekt von Sonja Mählmann
Die systematische Erforschung des
autobiographischen Gedächtnisses hat in der Psychologie seit den
1970er Jahren verstärkt an Bedeutung gewonnen. Gegenwärtig wird
diesem Gedächtnissystem nicht nur eine psychologische, sondern auch
eine neurologische Entität zugesprochen.
Das Dissertationsprojekt
fragt danach, welche Entstellungen und Verschiebungen sich beim
Übergang des Autobiographiebegriffs von der Literatur in die
Psychologie/Neurologie ereignen. Wie kam es dazu, dass der
literarischen Autobiographie ein nicht-literarischer, neurologischer
Untersuchungsgegenstand zur Seite gestellt wurde? Zur Analyse werden
insbesondere Arbeiten des Neurochirurgen Wilder Penfield und der
Neuropsychologin Brenda Milner aus den 1950er Jahren, des Psychologen
Endel Tulving aus den 1970ern sowie aktuelle neurologische und
literaturwissenschaftliche Positionen (Damasio, Markowitsch, Eakin)
herangezogen.


