Generationen in der Erbengesellschaft. Ein Deutungsmuster soziokulturellen Wandels

  1. Projektbeschreibung
  2. Teilprojekte
    1. Genealogische Perspektiven zu Bioethik und Biodemographie
    2. Literarische Verschiebungen demographischer Diskurse
    3. Von Generation zu Generation
    4. Rückkopplungen gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklungen auf das Erbrecht
    5. Die Generationalisierung der Ökonomie
    6. Welt - Kultur - Erbe
  3. Publikationen
  4. Veranstaltungen
  5. Pressestimmen

gefördert im Rahmen des Programms "Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften" der VolkswagenStiftung 2007-2010
Leitung: Sigrid Weigel
Peter Breitschmid (Rechtswissenschaftlichen Institut der Universität Zürich), Martin Kohli (European University Institut Florenz)

Die Rede vom "demographischen Wandel" ist allgegenwärtig: in der Forschung, in der Politik, in öffentlichen Debatten. Eng verknüpft mit den Statistiken und Prognosen sind Verteilungsfragen und somit auch Fragen der Gerechtigkeit und Zukunftsplanung. Mit ihnen kommen wiederum "Erbe" und "Generation" ins Spiel - zugleich biologische und soziale Kategorien, die nicht selbsterklärend sind, sondern äußerst bedeutungsreich und an historische und kulturelle Bedingungen geknüpft. Die Rolle dieser beiden Konzepte im soziokulturellen Wandel zu untersuchen, ist das Ziel des interdisziplinären Forschungsprojekts "Generationen in der Erbengesellschaft". Es wird durchgeführt vom Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin, vom European University Institut Florenz und vom Rechtswissenschaftlichen Institut der Universität Zürich.

Genealogische Perspektiven zu Bioethik und Biodemographie

Leitung: Sigrid Weigel

Das Teilprojekt beleuchtet intergenerationelle und intersubjektive Aspekte bioethischer und biodemographischer Fragen. Dies betrifft die Verfassung der menschlichen Kultur als Genealogie: als Übertragungs-, Überlieferungs- und Vererbungsgeschehen in der Abfolge der Generationen.

Literarische Verschiebungen demographischer Diskurse

Leitung: Ulrike Vedder

Der deutschsprachige Generationenroman der Gegenwart steht im Zentrum des literaturwissenschaftlichen Teilprojekts. Wie werden demographische Diskurse und Generationenkonflikte inszeniert? Untersucht wird ein Textkorpus von 30 Romanen.

Von Generation zu Generation

Leitung: Martin Kohli (European University Institut Florenz), Mitarbeiterinnen: Nicole Schmiade, Isabell Stamm (FU Berlin)

Der Nachfolgeprozess in Familienunternehmen ist Kernthema des soziologischen Teilprojekts. Drei Branchen werden in Deutschland und Italien mittel quantitativer und qualitativer Analysen verglichen: verarbeitendes Gewerbe, Konsumgüterproduktion und Dienstleistungen.

Rückkopplungen gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklungen auf das Erbrecht

Leitung: Peter Breitschmid (Rechtswissenschaftlichen Institut der Universität Zürich)

Das rechtswissenschaftliche Projekt beschäftigt sich mit dem Erbrecht, das sich bis heute auf das Familienbild des ausklingenden 19. Jahrhunderts stützt: Wie kann es den veränderten Bedingungen Rechnung tragen, denen heutige Gesellschaften unterliegen?

Die Generationalisierung der Ökonomie

Leitung: Ohad Parnes

Das Teilprojekt befasst sich mit dem Denken in Begriffen von Generationen im Bereich der ökonomischen Analyse, das sich seit dem 2. Weltkrieg nach und nach herausbildet: Basieren tatsächlich die Austauschprozesse jeder Gesellschaft auf einer klaren Abgrenzung zwischen Alten und Jungen?

Welt - Kultur - Erbe

Leitung: Stefan Willer

Aus kulturwissenschaftlicher Perspektive wird der Frage nach dem kulturellen Erbe als symbolischer Ordnung nachgegangen: Welche Rolle spielt das Konzept der Intergenerationalität als Argument und Problem in der globalen Kulturpolitik, etwa für die Zuweisung des Prädikats "Weltkulturerbe"?

Publikationen

PrePrint 4 English Version
Generations and Inheritance
Towards an Interpretive Framework for Socio-cultural Change. Investigations into Current Debates on Demography, Intergenerational Transfer and Sustainability

Berlin, 2008

Weitere Informationen


PrePrint 4
Generationen in der Erbengesellschaft
Ein Deutungsmuster soziokulturellen Wandels. Kultur-, sozial- und rechtswissenschaftliche Untersuchungen zur aktuellen Debatte um Demographie, intergenerationellen Transfer und Nachhaltigkeit

Berlin, 2007

Weitere Informationen



Pressestimmen

Das schwere Erbe deiner Väter (21.07.2010)

Traditionsvergessen in Zeiten der Beschleunigung: Nachhaltigkeit braucht ein historisches Gedächtnis. Artikel von Sigrid Weigel, in: Tagesspiegel vom 21.7.2010.

erbe_sw_ts.pdf (94,3 kB)

Die Karriere eines Begriffs (01.02.2010)

Eine Generation ist eine Generation ist eine Generation. Lutz Happel im Gespräch mit Ulrike Vedder, in: fluter.de vom 01.02.2010

vedder_interview.pdf (67,7 kB)

Feindliche Uebernahme (30.04.2008)

 Wie wir um die Gegenwart kaempfen. Artikel von Ulrike Vedder, in: berlinergazette.de vom 30.04.2008

vedder_berlinergazette.pdf (17,1 kB)

Was ist kulturelles Erbe? (01.04.2008)

Artikel von Stefan Willer, in: art value - positionen zum wert der kunst, Heft 2/2008, S. 76-79

art_value_2_Willer_WasistkulturellesErbe.pdf (307,3 kB)

Die neuen Erben (27.02.2008)

Geisteswissenschaftler erforschen, welche kulturellen Folgen das Altern der Gesellschaft hat. Artikel von Elke Kimmel, in: Tagesspiegel vom 27.02.2008

vorstellungerbeprojekt_ts.pdf (26,9 kB)

Die Flucht ins Erbe (01.02.2008)

Alle wollen die 'Kulturnation' - warum? Artikel von Sigrid Weigel, in: Süddeutsche Zeitung vom 01.02.2008

kulturnation_sw_sz.pdf (244,9 kB)

Generationen in der Erbengesellschaft (31.01.2008)

Radiobeitrag von Justin Westhoff, in: Deutschlandfunk, Sendung: Studiozeit - Aus den Kultur- und Sozialwissenschaften vom 31.1.2008, 20:10 Uhr

generationerben_dlf.mp3 (6,7 MB)