Das Gesicht als Artefakt in Kunst und Wissenschaft
Programmförderung BMBF 2011-2013
Leitung: Sigrid Weigel
Mitarbeiter: Mona Körte, Judith Elisabeth Weiss
Das Ansehen, Deuten und Lesen von Gesichtern ist zentral mit der Suche nach Ausdruck und Identität des Menschen verbunden. Das Gesicht gilt somit als Ausweis des Humanen. In den medizinischen Wissenschaften, ihren bildgebenden Verfahren und ebenso in Literatur und Kunst kommt ihm auch in der topographischen Relation von Oberfläche und Tiefe ein enormes semantisches Gewicht zu. Der Abbildung der Physiognomie (mimesis) und ihrer symbolischen Verwandlung zum Antlitz (poiesis) liegt dabei eine Doppelgestaltigkeit zugrunde, die generell die Frage nach der Darstellbarkeit stellt. Hat das Gesicht im Zeitalter von »facebook« Konjunktur, so stellt sich mit seiner Medialisierung zugleich die Frage nach seinem Verlust und seiner Auslöschung.
Das Forschungsprojekt versteht das Gesicht nicht als eine gleichsam natürliche Gegebenheit, sondern als Bild, Zeichen oder Konzept und verfolgt die historischen Spuren eines der ältesten Topoi in Kunst, Literatur und Wissenschaft.
(Abb.: Michael Druks: »Druksland Physical & Social, 15th January 1974, 11.30 am«
© Michael Druks, by courtesy of Beardsmore Gallery London)


