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Prof. Michail Ryklin

Honorary Member des ZfL, Professor am Institut für Philosophie der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau


Zur Person


  • Michael Ryklin lehrte 2007/2008 als Mercator-Gastprofessor am Institut für Slawistik der Humboldt-Universität Berlin. Er wurde 1948 in Leningrad geboren, war Schüler von Merab Mamardashvili. Er promovierte 1978 mit einer Arbeit über Lévi-Strauss und Rousseau.

Schwerpunkte


  • Michail Ryklin repräsentiert ein Denken an der Peripherie ideologischer Diskurse. Mit seinen philosophischen Analysen von Terrorsystemen macht er die Problematik des Terrors in der stalinistischen Sowjetunion und im post-stalinistischen Russland zum Thema (s)einer Philosophie, die eine „Lücke im westlichen Archiv“ füllt. Sein Denkhorizont ist orientiert an Problemen der Geschichte der wechselseitigen Wahrnehmung zwischen Russland und Westeuropa. Anfang der 1980er Jahre war Ryklin einer der Mitbegründer des Moskauer Verlags Ad Marginem, in dem u.a. die russische Erstübersetzung von Sein und Zeit erschien. Er selbst übersetzte u.a. die Anthropologie structurale von Lévi-Strauss ins Russische. So trug er maßgeblich zur Verbreitung westeuropäischer Gegenwartsphilosophie in Russland bei. Als ständiger Mitarbeiter von Lettre Internationale ist er international in den letzten Jahren zu einem der renommiertesten Publizisten im Spannungsfeld zwischen Ost und West geworden.

Publikationen


  • In deutscher Übersetzung zuletzt erschienen: (Auswahl)
    Kommunismus als Religion. Die Intellektuellen und die Oktoberrevolution (Frankfurt a. M. 2008), Mit dem Recht des Stärkeren. Russische Kultur in Zeiten der gelenkten Demokratie (Frankfurt a.M. 2006), Dekonstruktion und Destruktion (Zürich 2006), Verschwiegene Grenze. Briefe aus Moskau 1995–2003 (Berlin 2003), Räume des Jubels. Totalitarismus und Differenz (Frankfurt a.M. 2003).