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Dr. Irina Scherbakowa

Honorary Member des ZfL, Dozentin am Zentrum für Oral History der Russian State University of Humanities, Moskau


Zur Person


  • Geb. 1949 in Moskau, Germanistin, Historikerin, wiss. Mitarbeiterin der Internationalen Gesellschaft für Historische Aufklärung, Menschenrechte und Soziale Fürsorge „Memorial“ (Moskau); Projektleiterin des allrussischen Schülerwettbewerbs „Der Mensch in der Geschichte. Rußland im 20. Jahrhundert“. Mitglied des Kuratoriums der Gedenkstätte Buchenwald in Weimar. Sie war Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.
  • Journalistin, Historikerin, Übersetzerin. Mitarbeiterin der Internationalen Gesellschaft für Historische Aufklärung, Menschenrechte und Soziale Fürsorge MEMORIAL (Moskau) und seit 1999 Projektleiterin des allrussischen Schülerwettbewerbs "Der Mensch in der Geschichte. Russland im 20. Jahrhundert" im Rahmen ihrer Arbeit für Memorial. Irina Scherbakowa ist Mitglied des Kuratoriums der Gedenkstätte Buchenwald in Weimar, des internat. Beirats der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin, der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste und Vorstandsmitglied der Marion-Dönhoff-Stiftung. 1994 wurde sie mit dem Deutschen Katholischen Journalistenpreis und 2005 mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
    Irina Scherbakowa ist Honorary Member des ZfL.

Schwerpunkte


  • Forschungen zum kulturellen Gedächtnis in Rußland, umfangreiche Archivstudien zum Stalinismus, zum Gulag und zu den sowjetischen Speziallagern auf deutschem Boden nach 1945; seit den 70er Jahren zahlreiche Tonbandinterviews mit Überlebenden des stalinistischen Gulag.
  • Irina Scherbakowas Forschungsgebiete umfassen Oral History, Totalitarismus, Stalinismus, Gulag und sowjetische Speziallager auf deutschem Boden nach 1945, Fragen des kulturellen Gedächtnises in Russland und der Erinnerungspolitik. Ende der 1970er Jahre begann Scherbakowa ihre Sammlung von Tonbandinterviews mit Opfern des Stalinismus. Seit 1991 forscht sie in den Archiven des KGB. Nach ihrer Arbeit als Redakteurin für die Zeitschriften Sowjetliteratur, Literaturnaja gaseta und Nesawissimaja gaseta war sie Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin, am Institut für die Wissenschaft vom Menschen Wien, Gastprofessorin an der Universität Salzburg und von 1996–2006 Dozentin am Zentrum für Oral History der Russischen Staatsuniversität für Geisteswissenschaften in Moskau.

Publikationen


  • „The GULAG in Memory“. In: International Yearbook of Oral History and Life Stories (Oxford 1992); „Strategie des kollektiven und individuellen Überlebens im Gulag“. In: R. Streibel (Hg.): Strategie des Überlebens (Wien 1996); „Denunziation im Gedächtnis und in den Archivdokumenten“. In: Denunziation. Historische, juristische und psychologische Aspekte (Tübingen 1997); „Gefängnisse und Lager im sowjetischen Herrschaftssystem“. In: Formen der Erinnerung – Archive (Enquête-Kommission Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozeß der deutschen Einheit, Frankfurt/M. 1999);
  • "1917–1937–2007. Das Erbe des Stalinismus", in: Norbert Schreiber (Hg.): Russland. Der Kaukasische Teufelskreis oder die lupenreine Demokratie, Klagenfurt 2008, S. 339–353; "Kontinuität oder Rückkehr? Bildzeugnisse des Stalinismus", in: Hans-Jörg Czech (Hg.): Kunst und Propaganda im Streit der Nationen 1930–1945, Dresden 2007, S. 450–456; "Tschetscheniens Gedächtnis", in: Memorial/Heinrich-Böll-Stiftung (Hg.): Zu wissen, dass du noch lebst. Kinder aus Tschetschenien erzählen, Berlin 2006, S. 13–24; "Erinnerung in der Defensive. Schüler in Russland über Gulag und Repression", in: Osteuropa. Das Lager schreiben 57 (Juni 2007) 6, S. 409–420; "Unsere Sechziger", in: Jürgen John/Dirk van Laak/Joachim von Puttkamer (Hg): Zeitgeschichten. Miniaturen in Lutz Niethammers Manier, Essen 2005, S. 226–237
    Herausgeberin von: Russlands Gedächtnis. Jugendliche entdecken vergessene Lebensgeschichten, Hamburg 2003; Nur ein Wunder konnte uns retten. Leben und Überleben unter Stalins Terror, Frankfurt a. M./New York 2000.