Briefe von und an Jacob Taubes

  1. Projektbeschreibung
  2. Publikationen
  3. Veranstaltungen
  4. Pressestimmen

2008–2012
Leitung: Martin Treml
Mitarbeiter: Herbert Kopp-Oberstebrink

Gastwissenschaftler:
Evelyn Adunka, Christoph Schmidt, John H. Smith, Arnd Wedemeyer, Christine Weder, Christian Zolles

Seit 2004 befindet sich im ZfL eine Sammlung von über tausend Schreiben von und an den Religionsphilosophen Jacob Taubes (1923–1987) sowie ein ausgedehnter Bestand weiterer Dokumente. Sie stellt weltweit die einzige Sammlung ihrer Art dar und bildet die Basis einer Jacob Taubes-Briefausgabe. Wendete man den Begriff des »offenen Werkes« nicht nur auf das künstlerische, sondern auch auf ein theoretisches an, so wäre das Briefwerk Taubes’ ein solches par excellence. Ziel der Edition ist die Rekonstruktion zentraler Ideen dieses Werkes durch die Zusammenfügung seiner lange und in aller Welt verstreuten Teile: Dafür werden bisher weitgehend oder ganz unbekannte Texte erschlossen und damit verbundene editions- und archivtheoretische Fragen erörtert, wie sie Jacques Derrida in Mal d’Archive begonnen hat, als er biographische mit gerichtlichen, wissenschaftliche mit administrativen Zwecken zusammenfließen ließ. Das Archiv ist so zentrales Modell, verstanden als Institution, aber auch als »Denkbild« im Sinne Walter Benjamins.

Jacob Taubes, der zu Lebzeiten ein einziges Buch publizierte, war ein herausragender Projektemacher und Netzwerker, dessen Denken derzeit auf ein enormes internationales Interesse stößt. Die Edition seiner Korrespondenz eröffnet weitreichende Einblicke in zentrale Konstellationen und Kontroversen einer intellektuellen Geschichte der Bundesrepublik der Jahre 1948 bis 1987, die sich extraterritorial bis nach New York, Paris und Jerusalem erstreckt. Zugleich ist sie lebendiger Ausdruck der Kultur des deutschen Judentums nach der Schoah. Als erster Band erschien: »Jacob Taubes – Carl Schmitt. Briefwechsel mit Materialien«, hg.v. Herbert Kopp-Oberstebrink, Thorsten Palzhoff und Martin Treml, München, 2012. Als Folgeband erscheint die Edition der Briefe zwischen Taubes und Hans Blumenberg. In Vorbereitung befinden sich Editionen von Briefen und Materialien um ›Taubes in Jerusalem‹ (in Kooperation mit Nitzan Lebovic) sowie von Taubes' Korrespondenz mit Eric Voegelin.

Publikationen

Jacob Taubes ~ Carl Schmitt
Briefwechsel mit Materialien

Verlag: Wilhelm Fink Verlag, München, Dezember 2011
327 Seiten
ISBN: 978-3-7705-4706-7

Weitere Informationen



Pressestimmen

Bloß nicht liberal werden (29.04.2012)

Der Briefwechsel zwischen dem Religionsphilosophen Jacob Taubes und dem Staatsrechtler Carl Schmitt ist das Dokument einer unmöglicher Beziehung. Artikel von Cord Riechelmann, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 29.04.2012

Netzwerker, Projektemacher. (13.10.2010)

Die goldenen Jahre der Philosophie an der Freien Universität Berlin: Ein Gespräch über den abwesenden Herrn Taubes. Martin Treml und Herbert Kopp-Oberstebrink im Gespräch mit Michael Angele, in: Der Freitag vom 13.10.2010

j_taubes_projekt_freitag.pdf (208,8 kB)