Dr. Franziska Thun-Hohenstein
Slawistin, Leiterin des Forschungsbereiches "Europa/Osten" und des Projektes Das europäische Subjekt. Vergleichende Untersuchungen zum Kulturheros sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt Kulturelle Semantik Georgiens zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer
Zur Person
- geb. 1951
- Studium der russischen Sprache und Literatur an der Lomonossow-Universität Moskau von 1969 bis 1973
- Promotion 1981 in Berlin
- wiss. Mitarbeiterin am Zentralinstitut für Literaturgeschichte der Akademie der Wissenschaft der DDR in Berlin
- von 1996 bis September 2001 am Zentrum für Literaturforschung
- vom 1.10.2001 bis 31.12.2002 wiss. Mitarbeiterin an der Universität Bremen
- seit Januar 2003 wiss. Mitarbeiterin am Zentrum für Literatur- Kulturforschung in verschiedenen Projekten
- seit Januar 2008 Leiterin des Forschungsbereiches "Europa/Osten"; Leiterin des Projektes "Aporien forcierter Modernisierung. Figurationen des Nationalen im Sowjetimperium"
- Im Frühjahr 2010 Visiting Scolar am German Department der Stanford University
- seit April 2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt "Kulturelle Semantik Georgiens zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer"
Schwerpunkte
- Russische Literatur- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts (insbes. 18.-21. Jh.)
- nationale Erinnerungskulturen und Narrative
- kulturelles Gedächtnis und Autobiographik (Schreiben nach Auschwitz und GULAG)
- literarische Topographien
- Edition der Werke von Warlam Schalamow
Publikationen
Bücher:
- (Hg.) Warlam Schalamow: Künstler der Schaufel. Erzählungen aus Kolyma 3 und 4. Aus dem Russ. von Gabriele Leupold. Matthes & Seitz Berlin 2010
- Warlam Schalamow: Über Prosa. Mit einem Nachwort von Jörg Drews. Aus dem Russ. von Gabriele Leupold. Hg. von Franziska Thun-Hohenstein. Matthes & Seitz Berlin 2009
- T. Petzer, S. Sasse, F. Thun-Hohenstein, S. Zanetti (Hg.): Namen: Benennung. Verehrung. Wirkung. Kulturverlag Kadmos Berlin 2009; darin: 'Dem neuen Namen Ebenbild sein'. Andrej Platonovs Poetik des Namens und der frühsowjetische Namenskult, S. 143-164
- Warlam Schalamow: Linkes Ufer. Erzählungen aus Kolyma Bd. 2. Aus dem Russ. von Gabriele Leupold. Hg. von Franziska Thun-Hohenstein. Matthes & Seitz Berlin 2008
- Gebrochene Linien. Autobiographisches Schreiben und Lagerzivilisation. Kadmos Berlin 2007
- Warlam Schalamow: Erzählungen aus Kolyma. Bd. 1. Hg. und mit einem Nachwort von F. Thun-Hohenstein. Aus d. Russ. von G. Leupold. Matthes & Seitz Berlin 2007.
- - F. Thun-Hohenstein, W. St. Kissel (Hg.): Exklusion. Chronotopoi der Ausgrenzung in der russischen und polnischen Literatur des 20. Jahrhunderts. München 2006.
Aufsätze:
- -"Die Bürde der Klarheit" (Nachwort), in: Wassili Grossman: Alles fliesst... Ullstein Buchverlage Berlin 2010, S. 225-244
- -Remembering Gulag: Varlam Shalamov's Poetics of Speaking and Being Silent, in: F. Mota Alvas u.a. (Hg.): Filologia, Memoria e Esquecimento. Edicoes Humus Lda 2010, S. 71-95.
- - Überleben im GULAG. Warlam Schalamow "Erzählungen aus Kolyma", in: Trajekte 18/2009, S. 34-36
- - Vom Schicksal des Menschen in unmenschlichen Zeiten. Nachwort in: Wassili Grossman: Tiergarten. Erzählungen. Aus d. Russ. von Katharina Narbutovic. Claassen Berlin 2009, S. 299-313
- -Anna Alchuk zum Gedenken. In: Trajekte 17/Oktober 2008
- - Russische Gerüchteküchen. In: Ulrich van Loyen u. Michel Neumann. Tumult 33: Unter uns. Strategien der Diskretion. 2008, S.75-83
- - Pavlik Morozov - sowjetischer 'Helden-Pionier'. In: S. Weigel (Hg.): Märtyrerporträts. Von Opfertod, Blutzeugen und heiligen Kriegern. Wilhelm Fink Verlag München 2007, S. 279-282
- - Auszug aus der Lagerzivilisation. Russische Lagerliteratur im europäischen Kontext. In: Ludger Schwarte (Hg.): Auszug aus dem Lager. Zur Überwindung des modernen Raumparadigmas in der politischen Philosophie. Berlin Bielefeld 2007, S. 180-200.
- - Chronotopoi der Lagerzivilisation in der russischen Erinnerungsliteratur. In: W. Kissel, F. Thun-Hohenstein (Hg.), Exklusion. Figuren der Ausgrenzung in der polnischen und russischen Kultur des 20. Jahrhunderts. München 2006.
- - Liebe im GULAG. Intimität und Zwangsnähe als Thema der russischen Lagerprosa. in: N. Grigor'eva, Sch. Schahadat, I. Smirnov (Hg.): Nähe schaffen, Abstand halten. Zur Geschichte der Intimität in der russischen Kultur. Wien München 2005, S. 419-438.
- - Bleistift und Schreibmaschine. Schreibszenen in der russischen Lagerliteratur. In: D. Giuriato, M. Stingelin, S. Zanetti (Hg.): "Schreibkugel ist ein Ding gleich mir: von Eisen". Schreibszenen im Zeitalter der Typoskripte. München 2005, S. 279-296.
- - "Moskau - Drittes Rom". Nachklänge einer alten Denkfigur in der russischen Kultur des 20. Jahrhunderts. In: D. Weidner (Hg.), Figuren des Europäischen. Kulturgeschichtliche Perspektiven. München 2006, S. 79-97.
- - Thesaurus oder tabula rasa. Zur europäischen Rezeption eines russischen Kulturstreits von 1920. In: Trajekte. Zeitschrift des Zentrums für Literaturforschung Berlin. Nr. 7, 4. Jahrgang, September 2003, S. 45-47.
- - Tagungsbericht: Geschlossene Formen. Besetzung und Umbesetzung eines kultur- und literaturhistorsichen Sachverhalts. In: G. Sommer/K. Luehrs-Kaiser (Hg.), "Schüsse ins Finstere". Zu Heimito von Doderers Kurzprosa. Schriften der Heimito von Doderer-Gesellschaft, Band 2, Würzburg 2001, S. 279-283.
- - Auktoriale Beschwörungsformeln. Dmitrij Merežkovskijs "Ewige Gefährten". In: Klaus Städtke, R. Kray (Hg.), Spielräume des auktorialen Diskurses. Berlin 2003, S. 109-131.
- - Subjektivität als Grenzerfahrung: Marina Cvetaeva - Anna Achmatova - Boris Pasternak. In: Logos, 3/2000, (russ., im Internet unter: www.ruthenia.ru/logos/number/2001_3).
- - Ich-Konstruktionen und verordnete Identitätsmuster. Selbstbilder russischer Schriftsteller in der Sowjetunion der 1930er Jahre. In: Ch. Ebert (Hg.), Individualitätskonzepte in der russischen Kultur. Berlin 2002, S. 97-111.
- - Sprach-Heimat. Pasternaks Entwurf seiner Biographie als russischer Dichter. In: P. Kosta, H. Meyer u. N. Drubek-Meyer (Hg.), Juden und Judentum in Literatur und Film des Slavischen Sprachraums. Die geniale Epoche. Wiesbaden. 1999, S. 227-250.
- - "Bei uns kann niemand eine ordentliche Biographie schreiben..." Ein englisches Biographiemuster und Petr Vjazemskijs Fonvizin-Biographie. In: Wolfgang Stephan Kissel, Franziska Thun und Dirk Uffelmann (Hg.): Kultur als Übersetzung. Festschrift für Klaus Städtke zum 65. Geburtstag. Würzburg 1999, S. 69-86.
- - Das Dichter-Ich in der Spannung zwischen Text und Subtext. Zur Situation des literarischen Autors in der späten Stalin-Zeit am Beispiel von Aleksandr Tvardovskijs "Heimat und Fremde". In: K. Städtke (Hg.), Welt hinter dem Spiegel. Zum Status des Autors in der russischen Literatur der 1920er bis 1950er Jahre. Berlin 1998, S. 247-267.
- - O ‚nepopravimoj cužerodnosti' Borisa Pasternaka. (Über die ‚unabänderliche Fremdheit' Boris Pasternaks.), russ. in: Novoe literaturnoe obozrenie 28 (1997), S. 126-133.
- - Zum Selbstverständnis der "Tauwetter"-Generation in der Perestrojka-Zeit. In: K. Eimermacher, D. Kretzschmar, K. Waschik (Hg.): Rußland, wohin eilst Du? Perestrojka und Kultur. Dortmund 1996, S. 235-248.
- - Das Scheitern des Dialogs. Brüche in Boris Pasternaks Selbstverständnis als Dichter in den 30er Jahren. In: K. Städtke (Hg.), Dichterbild und Epochenwandel in der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Bochum 1996, S. 198-216.
- - Re-produktion oder Neusetzung. Zum Kulturverständnis der "Šestidesjatniki". In: Ch. Ebert (Hg.), Kulturauffassungen in der literarischen Welt Rußlands. Kontinuitäten und Wandlungen im 20. Jahrhundert. Berlin 1995, S. 159-172.
- - Der Almanach "Literaturnaja Moskva" - Paradigma des soziokulturellen Umbruchs um das Jahr 1956. In: Znakolog. International Yearbook of Slavic Semiotics 4/1992, S. 243-286.
- Außerdem Herausgeberin von:
- gem. mit Wolfgang St. Kissel und Dirk Uffelmann (Hg.): Kultur als Übersetzung. Festschrift für Klaus Städtke zum 65. Geburtstag. Würzburg 1999
- Erinnerungen an Boris Pasternak. Hg., Nachwort u. Kommentare. Berlin 1994.


