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Figurationen des Märtyrers in nahöstlicher und europäischer Literatur

  1. Projektbeschreibung
  2. Publikationen
  3. Veranstaltungen
  4. Mitarbeitervorträge
  5. Pressestimmen

gefördert mit Mitteln der DFG 2005-2011
Leitung: Angelika Neuwirth
Mitarbeiter: Sasha Dehghani, Silvia Horsch

Die ursprünglich religiösen Diskursen entstammende Figur des Märtyrers erlebt heute, im Zeitalter von Postmoderne und Säkularismus, eine scheinbar anachronistische Wiederkehr. In islamisch geprägten Gesellschaften werden Akte militärischen Widerstands, aber auch Terrorangriffe auf Gruppen von anonymen Zivilpersonen von den Tätern als Märtyreraktionen inszeniert und von Teilen der Gesellschaft auch als solche rezipiert. Spätestens mit den Ereignissen des 11. September ist der „Märtyrer“ global in den Alltagswortschatz eingedrungen – häufig verengt auf die Bedeutung „Selbstmordattentäter“.
Die oft sensationsheischende Berichterstattung über die aktuellen Geschehnisse läßt dabei leicht übersehen, daß die Figur des Märtyrers (arabisch/persisch schahid, türkisch şehit) bereits in frühislamischer Zeit ein genauso komplexer und deutungsbedürftiger Begriff ist wie seine Entsprechungen in anderen Kulturen.

Archetypen des islamischen Märtyrers
Bereits die konstitutive Periode des Islams, in der dieser sich von einer Minderheiten- zu einer Weltreligion entwickelt (7.-9. Jahrhundert), bringt unterschiedliche Typen von Märtyrern hervor, die ungeachtet ihres hohen Stellenwerts bezüglich einer mentalitätsgeschichtlich entscheidenden Weichenstellung der jungen Religion noch nicht systematisch anhand der reichlich vorhandenen Quellen untersucht worden sind. So adaptiert der Islam den aus dem jüdisch-christlichen Diskurs stammenden Begriff des Märtyrers, verleiht ihm jedoch eine neue Akzentuierung: Während vor allem der christliche Märtyrer (von griechisch martys) als leidender Glaubenszeuge auftritt, wird schahid im Islam mit dem im Koran genannten „Getöteten auf dem Wege Gottes“ (d.h. in der Schlacht) identifiziert. Hierdurch wird ein aktives, kämpferisches Element in den Vordergrund gerückt. Damit ist die für den sunnitischen Kontext wichtige Beziehung zwischen Kampf (dschihad) und Martyrium angesprochen, die vielfältige literarische und rituelle Ausgestaltung (z. B. in Begräbnisriten) hervorgebracht hat. Islamische Märtyrerdarstellungen sind in großer Zahl in biographischen und historiographischen Werken sowie in der Dichtung zu finden. Gleichzeitig findet in der exegetischen Literatur zum Koran ein theologischer Diskurs über den Status des Märtyrers statt, der an die historischen Ereignisse wie Verfolgungen und kriegerische Auseinandersetzungen rückgebunden wird. In diesem Zusammenhang wird die Frage, in welcher Gestalt Religion (als Rechtssystem, als dogmatische oder mystische Theologie) an der Herausbildung des Märtyrer-Helden-Bildes beteiligt ist, zu untersuchen sein.
Eine Besonderheit des islamischen Märtyrers ist seine eschatologische Auszeichnung, die auch erotische Momente einschließt. Diese sind bereits im Koran implizit enthalten, gewinnen jedoch vor allem in der späteren Tradition an Bedeutung und Bildhaftigkeit. Aus diesem Kontext entwickelt sich die Verbindung von Märtyrertod und dem rite de passage der Hochzeit: In der Verknüpfung dieser beiden Grenzsituationen liegt eine Chiffre für die paradoxe Produktivität des Märtyrertods, der als fruchtbar imaginiert wird. In der modernen palästinensischen Dichtung entfaltet sich schließlich in der „Märtyrerhochzeit“ der Mythos der Vermählung des Märtyrers mit seiner unerreichbar gewordenen Heimat.
Obwohl der Typ des „Märtyrers auf dem Schlachtfeld“ für die sunnitische Tradition zum vorherrschenden Modell wurde, finden sich auch hier Märtyrer, die nicht als Kämpfer (mudschahid), sondern in einer Situation der Verfolgung oder Unterlegenheit zu Tode gekommen sind. Dies wirft die Frage nach der Rolle auf, welche die Machtposition einer Gruppe für die Entwicklung der jeweiligen Märtyrer-Modelle spielt.
Im Unterschied zum sunnitischen Islam dominiert in der Schia die Erinnerung an das Martyrium des dritten Imams Husain (gest. 680 n. Chr.), dessen narrative und dichterische Aufarbeitungen häufig Anklänge an die Passio Christi aufweisen. Entscheidend ist hierbei die Freiwilligkeit von Husains Selbstopfer und seine Bereitschaft, Tyrannei und Ungerechtigkeit über sich ergehen zu lassen. Husain wird nicht nur in der schiitischen, sondern auch in der mystischen sunnitischen Literatur zum Prototypen eines ‚selbstlosen’ Heiligen, der durch die Liebe zu Gott in der Lage ist, sein niederes Selbst (nafs) zu überwinden.

Kontinuitätslinien
Figurationen dieses von Tyrannen hingemordeten Sinnbilds des reinen und schuldlosen Märtyrers sind bis heute in der Literatur schiitisch beeinflußter Glaubensgemeinschaften wie der Aleviten in der Türkei produktiv, wobei die Kontinuitätslinie hier in den säkularen Bereich hineinragen kann. Das Martyrium Husains, wie auch das Leiden Christi, sind ebenso zentrale Themen in den Schriften des Bābī/Bahā'ītums. In diesen verbleibt die Kontinuitätslinie in der religiösen Sphäre, vollzieht jedoch zugleich einen grundlegenden Neuansatz.
Bei den Aleviten kommt es durch vielfache Kontinuitätsbildung zwischen der Hinrichtung Husains und als Martyria interpretierten Ereignissen aus der jüngsten Geschichte – wie dem Massenmord an alevitischen Intellektuellen in Sivas (Osttürkei) 1993 – zu Reinterpretationen der traditionellen Märtyrerfigur Husains, was bis zu seiner Stilisierung zum Vorkämpfer moderner Kategorien wie Menschenrechte und Aufklärung reicht.
In den Schriften des Bābī/Bahā'ītums wird die eigene Verfolgungsgeschichte im schiitischen Iran des 19. Jahrhunderts als eine typologische Leidenswiederkehr früherer religiöser Heilsgestalten verstanden. Der Bāb, der ‚Märtyrer–Prophet’ der Bābī-Religion, sieht sich keineswegs als eine Oppositionsfigur zur etablierten Schia, sondern als eine Erfüllung der vorherrschenden Erwartungshaltungen. Der messianische Anspruch des Bāb, sowie später seines Nachfolgers Bahā'u'llāh, post-koranischer Offenbarungsträger zu sein, führt zu Verfolgungen und mündet schließlich im Martyrium unzähliger Glaubensanhänger, wie es von zeitgenössischen Orientalisten beschrieben worden ist.

Martyrium und Tyrannei
Das reziproke Spannungsverhältnis zwischen ungerechtem Herrscher und Märtyrer ist außerdem in der jüdischen und christlichen Literatur wichtig.
Der Typus des aktiv gegen ungerechte Fremdherrschaft kämpfenden Märtyrers ist im Judentum mit der Zeit der Makkabäer (2.-1. Jahrhundert v. Chr.) assoziiert. Dieser Urtypus wird im Märtyrerdiskurs der jüdischen Moderne im Bild des ,wehrhaften Juden‘ revitalisiert, der in der Tradition der Makkabäer gegen einen als Tyrannen empfundenen Feind und für die nationalen Rechte des jüdischen Volkes kämpft. Diese Figuration ist von den Anfängen der jüdischen Nationalbewegung um 1900 bis in Darstellungen des Märtyrers in der Gegenwart des Staates Israel lebendig und hat die jüdische Nationalliteratur und -symbolik nachhaltig geprägt. In ähnlicher Weise wirkungsmächtig ist der Massenselbstmord der von den Römern in der Festung Masada eingeschlossenen Juden (im Jahre 73 n. Chr.). Hier – wie oft auch bei Märtyrerbeschreibungen in nichtjüdischen Kulturkreisen – sind die Delimitationen zwischen aktivem und passivem Märtyrertum diffizil und kontrovers. Der im Judentum seit dem 2. Jh. gebräuchliche Terminus kiddush ha-Shem (Heiligung des göttlichen Namens) stellt eine Sonderform unter den termini technici des Martyriums dar, da er primär die Heiligung durch die Befolgung der Gebote meint und erst in zweiter Konsequenz die Blutzeugenschaft bedeutet. Trotz dieser Mehrdeutigkeit ist im Judentum eine breite Palette von Märtyrerfigurationen vorhanden, die mit mannigfaltigen Nuancierungen vom aktiv-militanten Makkabäer-Typ bis hin zur Traditionslinie der Bindung Isaaks (akedah) mit ihrer Akzentuierung des passiven Erleidens des Todes um des Glaubens willen reicht.
Das frühchristliche Märtyrertum lebt im europäischen Barockdrama wieder auf, wo uns Tyrann und Märtyrer als „die Janushäupter der Gekrönten“ (Walter Benjamin) begegnen. Das barocke Interesse am Märtyrer entfaltet sich vor dem Hintergrund der Konfessions- und Türkenkriege des 16. und 17. Jahrhunderts – das barocke Trauerspiel wird so zu einem Schauplatz, auf dem (religions-) geschichtliche Konflikte ausgetragen und historische Erfahrung in heilsgeschichtliche Deutung transformiert werden. Neben dem Antagonismus zwischen Katholiken und Protestanten sedimentiert sich in den barocken Dramen aber auch die Auseinandersetzung zwischen Christentum und Islam in besonderer Weise und wird in der antagonistischen Figurenkonstellation von Märtyrer und Tyrann dramatisch zur Schau gestellt. In dem Forschungsprojekt sollen die Narrative dieses „Orientalismus avant la lettre“, die sich bspw. in den türkischen Schauspielen Daniel Casper von Lohensteins oder den Dramen des schlesischen Barockdichters Andreas Gryphius zeigen, auf ihre ideologische Funktion befragt und in Beziehung zur aktuellen Debatte um den ,Zusammenprall der Kulturen‛ gesetzt werden.

Mediale und politische Inszenierungen
Das barocke Märtyrerdrama zielt auf propagatio fidei, was eine weitere Ebene der Komparation mit dem islamischen Kulturbereich eröffnet. Eine augenfällige Parallele sind hierbei die zum Gedenken an Husain im schiitischen Iran aufgeführten theatralischen Darbietungen (ta‘ziye). Die Wahl dramatischer literarischer Formen zur Repräsentation des Märtyrers kann mit der in dieser Figur angelegten Performativität und ihrem Appellcharakter an das Publikum kontextualisiert werden. Bei den Aleviten manifestiert sich die appellative Funktion von Märtyrernarrativen und -diskursen besonders stark dadurch, daß Kerbela, Sivas und andere, teils historische, teils legendarische Martyrien intern zu Gründungsmythen der eigenen Gemeinschaft erhoben werden und extern zur Einforderung gesellschaftlicher und politischer Akzeptanz der eigenen Community dienen. Im Kontext der bei den Aleviten vorhandenen starken Säkularisierungstendenzen und der darüber geführten Debatten führt dies dazu, daß über die Aktualisierung der ursprünglich religiösen Figur des Märtyrers auch religionsfremde Positionen wie die Forderung der Trennung von Religion und Staat artikuliert werden.

Der Märtyrer in Konstellationen
Martyrium ist niemals privat, sondern per definitionem ein öffentlicher Akt. Dabei sind Zeugen notwendig, die das Ereignis des Martyriums publik machen und es der Nachwelt als beglaubigtes Exempel tradieren. Martyrien berühmter Einzelfiguren wie die von Sokrates, Jesus, Husain, al-Halladsch und dem Bāb werden durch ein Publikum oder mindestens einzelne Zuschauer attestiert, wodurch sie einen Doppelcharakter als Zeugenschaft (vgl. die in der Etymologie von martys/schahid vorgegebene Semantik des Bezeugens) und Bezeugtes erhalten. Diese Wechselbeziehung zwischen Zeugenschaft und Bezeugtheit spielt auch im europäischen Barockdrama eine Rolle. In Andreas Gryphius’ Catharina von Georgien wird das Martyrium der Catharina nur indirekt über die Zeugenschaft der Jungfrauen vermittelt und beglaubigt, wodurch zugleich die geistige Reinheit der Catharina nochmals bekräftigt wird. Eine etwas modifizierte Konstellation finden wir in der sunnitisch-islamischen Tradition beim als Martyrium verstandenen Tod in der Schlacht vor, in der jeder Kämpfer potentiell zugleich Märtyrer und Zeuge ist.
Ablauf und Rezeption von Martyrien werden entscheidend von der familiären und sozialen Umgebung mitbestimmt, was sowohl gender- als auch generationenspezifische Aspekte einschließt. Beides kommt in der eminenten Rolle der Mutter des Märtyrers etwa in palästinensischen Märtyrerritualen zum Tragen. Als weiteres Beispiel kann das Leben der Bābī-Märtyrerin Tāhirih (19. Jh.) genannt werden. Sie war nicht nur bereit, ihr Leben für ihren neuen Glauben hinzugeben, sondern kämpfte zugleich für die Rechte der Frauen im Iran. Ihre öffentliche Entschleierung im Jahre 1848, welche in den Bābī-/Bahā'ī- Schriften als eschatologischer Moment interpretiert wird, stellte ein soziales Skandalon für ihre unmittelbare Umgebung dar und führte schließlich zu ihrem Martyrium.

Zum Unterschied von Ereignis und Rezeption
Ein unter Verfolgung oder im Kampf erlittener Tod wird oft erst in der Rezeption und Beschreibung durch Zeitgenossen oder die Nachwelt zum Martyrium. In Märtyrerakten, Berichten und Biographien erfolgt eine Idealisierung der Märtyrer, deren Leben und Tod als Modell zur Nachfolge (imitatio) präsentiert wird. Diese Literatur stiftet Identität und Erinnerung und kann so ihrerseits die Art des Sterbens weiterer Märtyrer beeinflussen. Neue Märtyrer unter veränderten Umständen können wiederum auf die Tradierung der Geschichten früherer Märtyrer zurückwirken. Diese komplexe Beziehung zwischen Ereignis, Rezeption, Tradierung und neuer Adaption lässt sich in den Texten aus allen religiösen Traditionen beobachten und soll deshalb vergleichend untersucht werden.

Paradoxien des Märtyrertums
In allen Teilaspekten des Projekts geht es – neben der gesellschaftlichen und politischen Rückkoppelung literarischer Thematisierungen des Märtyrers – um Spannungen, Widersprüche und Grenzüberschreitungen, die in der Figur des Märtyrers aufscheinen. Die paradoxe Struktur des Märtyrers zeigt sich in der dialektischen Konstellation von Macht und Ohnmacht, Niederlage und Triumph, Leben und Tod, Freiwilligkeit und Zwang oder Aktivität und Passivität, die in der Figur des Märtyrers in das jeweils andere Extrem umschlagen.
Eine paradoxe Juxtaposition von Sieg und Niederlage findet sich bspw. bei dem türkischen Mystiker Nesimi (13./14. Jh.), der in seinen Gedichten den eigenen Märtyrertod prophezeit und als absoluten Triumph des Göttlichen verherrlicht. Zur widersprüchlichen Natur des Martyriums gehört das Problem der Abgrenzung vom Selbstmord, das etwa in der antiken christlichen Literatur und in frühen islamischen Schriften breit diskutiert wird.

Aktualisierungen und Wiederbelebungen
Die Wiederbelebungen traditioneller Märtyrernarrative in der Gegenwart fordern zu einem Vergleich der jeweils zugrundliegenden Urszenen und kanonisierten Legenden mit ihren modernen Adaptionen heraus. Diese komparatistische Herangehensweise knüpft an ein Pilotprojekt zur Erforschung der Märtyrerthematik an, welches von 2002 bis 2004 am Wissenschaftskolleg zu Berlin durchgeführt wurde.
Im Anschluß an dieses Pilotprojekt kann der widerspruchsvolle Sieg des Märtyrers – zusätzlich zu seiner nach außen, gegen ungerechte Herrschaft und auf die Wiederherstellung der gottgewollten Ordnung gerichteten Wirkung – als ein nach innen gerichteter Impuls zur Standortbestimmung und Selbstvergewisserung in ethnischen und nationalen Formierungsprozessen gedeutet werden. Schließlich werden Märtyrernarrative in ihrer Funktion als Austragungsorte aktueller Debatten um Orientalismus und Exotismus, clash of civilizations bzw. Dialog der Kulturen begriffen.

Publikationen

Trajekte-Buchreihe
Grenzgänger der Religionskulturen
Kulturwissenschaftliche Beiträge zu Gegenwart und Geschichte der Märtyrer

Verlag: Wilhelm Fink Verlag, München, 2011
401 Seiten
ISBN: 978-3-7705-5076-0

Weitere Informationen


Ex oriente lux Bd. 11
Tod im Kampf
Figurationen des Märtyrers in frühen sunnitischen Schriften

Verlag: Ergon-Verlag, Würzburg, 2011
292 Seiten
ISBN: 978-3-89913-841-2

Weitere Informationen


Diskurse der Arabistik 17
Martyrium und Messianismus
Die Geburtsstunde des Bahā'ītums

Verlag: Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, 2011
303 Seiten
ISBN: 978-3-447-06547-4

Weitere Informationen


Märtyrer-Porträts
Von Opfertod, Blutzeugen und heiligen Kriegern

Verlag: Wilhelm Fink Verlag, München, 2007
319 Seiten
ISBN: 978-3-7705-4553-7

Weitere Informationen



Sabine Berthold

  • (zus. mit Michael Heß): Der Märtyrer als kulturübergreifende Figur. In: Weigel, Sigrid (Hg.): /Trajekte Extra. 10 Jahre ZfL. Zentrum für Literatur- und Kulturforschung/. Berlin 2006. Zentrum für Literatur- und Kulturforschung. 21-23.

Sasha Dehghani

  • Die „persische Jeanne d’Arc“ - Zum Nachleben einer Märtyrerin. In: Trajekte, Jhrg. 8, Nr. 15, 2007, S. 19-24.
  • Tahirihs Kreuz mit dem Schleier – Bābī-Religion und Frauenbewegung. In: S. Weigel (Hrsg.), Märtyrer-Porträts. Von Opfertod, Blutzeugen und Heiligen Kriegern, München 2007, S. 271-275
  • (zus. mit Helen Przibilla): Geschichte und Gegenwart des Märtyrers in verschiedenen (Religions-)Kulturen – Eine Tagung vom 25.-27. Oktober 2007. In: Weimarer Beiträge, Jhrg. 54, Nr. 2, 2008, S. 301-305. (Im Erscheinen)

Michael Heß

  • Interdisciplinary Readings of Näsīmī's Turkic /ghazal/s. In: Neuwirth, Angelika/ Hess, Michael et al. (Hg.): /Ghazal as World Literature/. Bd. 2./ From a Literary Genre to a Great Tradition. The Ottoman Gazel in Context/. Würzburg 2006. Ergon. 211-232.
  • Mehr als Worte sagen: Etymologische Betrachtungen zum Märtyrerbegriff des Islams. /Orientalia Suecana/. 55 (2006). 41-57.
  • Subversive eulogies: a medhīye about the Prophet and the Twelve Imams by 'İmād ed-Dīn Nesīmī". /Turcica/ 38 (2006): 3-45.
  • mehrere Beiträge in: Sigrid Weigel (Hg.): Märtyrer-Porträts. Von Opfertod, Blutzeugen und Heiligen Kriegern. München: Fink Verlag 2007
      Das Hotel Madimak in Sivas -- Kampf um einen Gedenkort der Aleviten, 138-140
      Der islamische Märtyrerfriedhof in Berlin -- Jenseits von Tempelhof, 135-137
      Der Teufel als Märtyrer -- das Böse und das Heilige, 56-58
      Häutungen - der Marsyas-Mythos und seine Folgen, 211-213
  • (zus. mit Martin Treml): Die Figur des Märtyrers und die Kulturwissenschaft. In: Geisteswissenschaftliche Zentren Berlin (Hg.): /Forschungsjahr 2005/. Berlin 2007. 21-34.
  • (zus. mit Martin Treml): Die Figur des Märtyrers und die Kulturwissenschaft. Sonderdruck aus: Geisteswissenschaftliche Zentren Berlin (Hg.): Forschungsjahr 2005. Berlin 2007: Geisteswissenschaftliche Zentren Berlin.

Silvia Horsch

  • Der 'Märtyrer auf dem Schlachtfeld'. In: Sigrid Weigel (Hg.): Märtyrer-Porträts. Von Opfertod, Blutzeugen und Heiligen Kriegern. München 2007, 100-103.
  • Muhammad al-Durrah - die Generation der zweiten Intifada. In: Sigrid Weigel (Hg.): Märtyrer-Porträts, 294-298.

Angelika Neuwirth

  • From Sacrilege to Sacrifice. Observations on Violent Death in Classical and Modern Arabic Poetry. In: Pannewick, Friederike (Hg.): Martyrdom in Literature. Visions of Death and Meaningful Suffering in Europe and the Middle East from Antiquity to Modernity. Wiesbaden 2004. Reichert. 259–281.

Friederike Pannewick

  • (Hg.): Martyrdom in Literature. Visions of Death and Meaningful Suffering in Europe and the Middle East from Antiquity to Modernity. Wiesbaden 2004. Reichert. [ = Akten des Pilotprojektes am Wissenschaftskolleg zu Berlin]

Helen Przibilla

  • Der Tod des Josef Trumpeldor - zionistische Märtyrer und ‘Kiddusch ha-aretz’, in: Sigrid Weigel (Hrsg.), Märtyrer-Porträts. Von Opfertod, Blutzeugen und heiligen Kriegern, Wilhelm Fink Verlag: München 2007, S. 275-278.

Sigrid Weigel

  • Der Märtyrer und der Souverän. Szenarien eines modernen Trauerspiels, gelesen mit Walter Benjamin und Carl Schmitt. In: Pannewick, Friederike (Hg.): Martyrdom in Literature. Visions of Death and Meaningful Suffering in Europe and the Middle East from Antiquity to Modernity. Wiesbaden 2004. Reichert. 63–73.

Mitarbeitervorträge

Dr. Sasha Dehghani

  • 29.11.2007, Wissenschaftskolleg zu Berlin The Martyrdom of Husayn – The Interaction of Shiite Islam with Mysticism and Politics – Workshop mit Peter Chelkowski, “Taziyeh on the Move”
  • 24.11.2007, Konrad Adenauer Stiftung, Mühlheim a.d.R. Das schiitische Gründungsereignis vom Martyrium Husayns und seine Folgen – Selbstmordattentate: Gesellschaftliche Rahmenbedingungen, politische Ziele, religiöse Deutungen
  • 09.11.2007, Frankfurt a.M./Langenhain Tahirih in Geschichte und Literatur – Jahrestagung der Gesellschaft für Baha’i-Studien
  • 08.11.2007, Hebrew University of Jerusalem Socrates in the Abrahamic Traditions: The Victory of Jerusalem over Athens
  • 15.11.2005, Berlin Táhirih – Märtyrerin der Emanzipation – Jahrestagung der Werkstatt der Religionen
  • 15.10.2005, Frankfurt a.M./Langenhain Kampf der Kulturen – Jahrestagung der Gesellschaft für Bahá’í–Studien 2005

PD Dr. Michael Heß

  • 22.07.2006, Frankfurt a.M. Ali Ağca und der 11. September: Denkwürdige Koinzidenzen – Märtyer. Politik und Theologie des Selbstopfers
  • 25.01.2006, Berlin Traditions of Martyrdom in Middle Eastern Literature – Wissenschaftskolleg zu Berlin, Berliner Seminar, Arbeitsgruppe Modernity and Islam
  • 14.12.2005, LKA Berlin Die türkischen Aleviten – TR–Projekt – Interkulturelle Kommunikation
  • 23.07.2005, Frankfurt a.M. Alevi martyr figures – 6. Deutsche Turkologenkonferenz

Dr. Silvia Horsch

  • 25.11.2007, Akademie der Künste Politische Theologie und mediale Strategien in den Märtyrervideos der al-Qaida – Selbstmordattentäter: Bilder und Deutungsmuster
  • 01.03. – 03.03.2007, Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Das Schlachtfeld als Schauplatz des Martyriums – Tagung: Märtyrer-Figuren. Methodische Zugänge und historische Konstellationen, Arbeitstagung des Projekts „Figurationen des Märtyrers in nahöstlichen und europäischen Literaturen

Prof. Dr. Angelika Neuwirth

  • 01.12. – 03.12.2005, HU/FU Berlin Vom Sakrileg zum Sacrificium – Blutvergiessen in der arabisch-islamischen Kultur – Internationales Symposium „Mythen des Blutes“ veranstaltet vom Graduiertenkolleg „Geschlecht als Wissenschaftskategorie“

Helen Przibilla

  • 28.02. – 01.03.2008, Weingarten (Oberschwaben) Von Jehudah ha-Makkabi zu ‘The Hebrew Hammer’. Die Karriere eines jüdischen Superhelden – Tagung: Für den Glauben sterben - für den Glauben töten. Alttestamentarische Glaubenskrieger (Makkabäer I und II) im Wandel der Zeiten und Kulturen. Wissenschaftliche Studientagung
  • 01.03. – 03.03.2007, Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Das Motiv des Selbstopfers im Zionismus – Tagung: Märtyrer-Figuren. Methodische Zugänge und historische Konstellationen, Arbeitstagung des Projekts „Figurationen des Märtyrers in nahöstlichen und europäischen Literaturen“

Pressestimmen

Märtyrer/Bin Laden (15.05.2011)

Sigrid Weigel im Gespräch mit Birgid Becker zum Thema 'Märtyrer/Bin Laden', in: Deutschlandfunk, Sendung: Information und Musik vom 15.05.2011, 7.05 Uhr

iview_maertyrerbinladen_sw.mp3 (5,6 MB)

Sterben für höhere Werte (27.10.2007)

Das Christentum beansprucht das Urheberrecht auf die Figur des Märtyrers. Artikel von Sigrid Weigel, in: Tagesspiegel vom 27.10.2007

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