Dr. Irina Scherbakowa

29.06.2017 – 07.07.2017 zu Gast am ZfL

Honorary Member des ZfL, Projektleiterin des allrussischen Schülerwettbewerbs »Der Mensch in der Geschichte. Russland im 20. Jahrhundert« der Internationalen Gesellschaft für Historische Aufklärung, Menschenrechte und Soziale Fürsorge MEMORIAL (Moskau)

Zur Person / Vita

Irina Scherbakowa ist Journalistin, Historikerin und Übersetzerin. Sie ist Mitarbeiterin der Internationalen Gesellschaft für Historische Aufklärung, Menschenrechte und Soziale Fürsorge MEMORIAL (Moskau) und seit 1999 Projektleiterin des allrussischen Schülerwettbewerbs »Der Mensch in der Geschichte. Russland im 20. Jahrhundert«. Scherbakowa ist Mitglied des Kuratoriums der Gedenkstätte Buchenwald in Weimar, der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste und Vorstandsmitglied der Marion-Dönhoff-Stiftung. 1994 wurde sie mit dem Deutschen Katholischen Journalistenpreis, 2005 mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und 2014 mit dem Carl von Ossietzky-Preis für Zeitgeschichte und Politik ausgezeichnet. Seit 2010 ist Irina Scherbakowa Honoray Member des ZfL.

Arbeitsschwerpunkte

Irina Scherbakowas Forschungsgebiete umfassen Oral History, Totalitarismus, Stalinismus, Gulag und sowjetische Speziallager auf deutschem Boden nach 1945, Fragen des kulturellen Gedächtnisses in Russland und der Erinnerungspolitik. Ende der 1970er Jahre begann Scherbakowa ihre Sammlung von Tonbandinterviews mit Opfern des Stalinismus. Seit 1991 forscht sie in den Archiven des KGB. Nach ihrer Arbeit als Redakteurin für die Zeitschriften Sowjetliteratur, Literaturnaja gaseta und Nesawissimaja gaseta war sie Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin, am Institut für die Wissenschaft vom Menschen Wien, Gastprofessorin an der Universität Salzburg und von 1996–2006 Dozentin am Zentrum für Oral History der Russischen Staatsuniversität für Geisteswissenschaften in Moskau.

Publikationen

Auswahl (in deutscher Sprache):

  • Der Russland Reflex (zus. mit Karl Schlögel), Edition Koerber-Stiftung 2015
  • Gulag. Texte und Dokumente 1929–1956, (Mithg.), Göttingen 2014
  • Zerrissene Erinnerung: der Umgang mit Stalinismus und Zweitem Weltkrieg im heutigen Russland, Göttingen 2010
  • »1917–1937–2007. Das Erbe des Stalinismus«, in: N. Schreiber (Hg.): Russland. Der Kaukasische Teufelskreis oder die lupenreine Demokratie, Klagenfurt 2008, S. 339–353
  • »Kontinuität oder Rückkehr? Bildzeugnisse des Stalinismus«, in: H.-J. Czech (Hg.): Kunst und Propaganda im Streit der Nationen 1930–1945, Dresden 2007, S. 450–456
  • »Erinnerung in der Defensive. Schüler in Russland über Gulag und Repression«, in: Osteuropa. Das Lager schreiben 57, 6 (2007), S. 409–420
  • »Tschetscheniens Gedächtnis«, in: Memorial/Heinrich-Böll-Stiftung (Hg.): Zu wissen, dass du noch lebst. Kinder aus Tschetschenien erzählen, Berlin 2006, S. 13–24
  • Hg.: Unruhige Zeiten : Lebensgeschichten aus Russland und Deutschland, Hamburg 2006
  • »Unsere Sechziger«, in: J. John/D. v. Laak/Joachim von Puttkamer (Hg): Zeitgeschichten. Miniaturen in Lutz Niethammers Manier, Essen 2005, S. 226–237
  • Hg.: Russlands Gedächtnis. Jugendliche entdecken vergessene Lebensgeschichten, Hamburg 2003
  • Nur ein Wunder konnte uns retten. Leben und Überleben unter Stalins Terror, Frankfurt a. M./New York 2000

Foto © Matthias Stief