Die journalistische Form der Theorie. Zeitschriftenpublizistik und Theoriebildung in den 1950er bis 1970er Jahren

Projektbeschreibung

Das Promotionsprojekt untersucht Zeitschriften als Archive und Netzwerke in der Theoriegeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen Periodika, die im Zuge des politischen Aufbruchs ab den späten 1950er Jahren entstanden und in diesem Kontext ein spezifisches Interesse an wissenschafts- und gesellschaftskritischer Theorie ab- und ausbildeten: die westdeutsche alternative (1958–82) und die britische New Left Review (seit 1956/1960), aber auch familienähnliche Publikationen wie die US-amerikanische Studies on the Left (1959–67) und die französische Arguments (1956–62).
Die Studie beschäftigt sich in gattungsgeschichtlicher Hinsicht mit dem Format ›Theoriezeitschrift‹, in dem sich wissenschaftliche, literarische, journalistische und dokumentarische Formen verschränken oder koexistieren. Sie fragt nach Praktiken der Adressierung, Aktualisierung und Archivierung von Theorie, wie sie an den gewählten Periodika in actu beobachtet werden können. In der Rekonstruktion von Gründungs- und Verlaufsgeschichten sollen medien- und institutionengeschichtliche Fragestellungen mit intellektuellen Biographien von beteiligten Akteuren verknüpft werden. In diesem Sinne untersucht das Projekt ›Anfänge‹, ›Konjunkturen‹ oder ›Enden‹ von Theorie als Topoi von ›Theoriegenerationen‹, deren (Selbst-)Historisierungen in engem Zusammenhang mit der Lebensdauer publizistischer Projekte stehen.

Abb. oben: © Moritz Neuffer

2017–2019
Bearbeitung: Moritz Neuffer