Warlam Schalamow: Wischera. Antiroman

Werkausgabe Bd. 6
Verlag Matthes & Seitz, Berlin 2016, 270 pages
ISBN: 978-3-95757-256-1

Aus dem Russischen übersetzt von Gabriele Leupold, herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Franziska Thun-Hohenstein.

»Am 19. Februar 1929 wurde ich verhaftet. In diesem Tag und dieser Stunde sehe ich den Beginn meines gesellschaftlichen Lebens – die erste wahre Prüfung unter harten Bedingungen.« Warlam Schalamow ist noch keine 22 Jahre alt, entschlossen, sein Leben in den Dienst seiner politischen Ideale zu stellen, als er verhaftet wird und im Butyrka-Gefängnis anderthalb Monate in einer Einzelzelle verbringen muss. Wischera sind die von Schalamow als ›Antiroman‹ bezeichneten Erinnerungen an seine erste Verhaftung und an das Zwangsarbeitslager am Fluss Wischera im Nordural, in dem er drei Jahre verbrachte. Es sind die ›Lehrjahre‹ eines Schriftstellers, der wie kein anderer das stalinistische Lagersystem mit literarischen Mitteln darstellte. Neben den Erzählungen aus Kolyma belegt vor allem dieses unvollendet gebliebene autobiografische Buch seine prinzipielle Zurückweisung der Romanform nach den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts und seine Suche nach neuen Möglichkeiten des Prosaschreibens.

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Event

Lesung & Buchvorstellung im Brecht-Haus Berlin
18 Oct 2016 · 8.00 pm

»Wischera. Antiroman« von Warlam Schalamow

Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestraße 125, 10115 Berlin

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