Aus dem Leben der Form
Goethes Morphologie und die Nager

August Verlag, Berlin 2016, 160 Seiten
ISBN: 978-3-941360-40-2

Goethe besaß vermutlich weder Hamster noch Meerschweinchen. Vielleicht wusste er deshalb nicht, was Haustierbesitzer rasch in Erfahrung bringen: Nagen muss der Nager, weil die markanten Schneidezähne dieses Geschlechtes sonst ins Uferlose wüchsen und das Tier verhungern müsste. So aber blieb dem Dichter der Nagetiere »fast krampfhaft leidenschaftliches, absichtslos zerstörendes Knuspern« eine Quelle der Beunruhigung. Zu ihr trägt auch das »unstet schwankende« Erscheinungsbild dieses vielgestaltigen Geschlechtes bei, »das einer gewissen Willkür der Bildung bis zur Unform hinzugeben in Lockerheit gelassen ist«. – Solche im Vergleich zu morphologischen Kern-Aussagen Goethes weniger bekannten Formulierungen sind Anlass einer Re-Lektüre seiner Hefte zur Morphologie (1817–1824) als eine scharfsinnige und überraschend unberuhigte, gleichsam nachhaltige Theorie verzeitlichter (Lebens)Form, deren Bedeutung für spätere Überlegungen zu Form- und Lebensfragen zu erweisen ist.

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Medienecho

01.11.2018
Unterbrechungen eines großen Kreislaufs. Neue Beiträge zur Goethe-Forschung

Rezensionsartikel von Armin Schäfer, u.a. zu: Aus dem Leben der Form. Goethes Morphologie und die Nager (Eva Geulen), in: Monatshefte für deutschsprachige Literatur und Kultur, Vol. 110, No. 3 (3018), S. 433–437 (kostenpflichtig)

05.10.2017
Aus dem Leben der Form

Rezension von Helmut Hühn, in: Goethe-Jahrbuch 133 (2016), S. 203–205