Eva Geulen (Hg.)

›Complicirte mannigfache Harmonie‹
Erinnerungen an Eberhard Lämmert

Göttinger Sudelblätter
Wallstein Verlag, Göttingen 2017, 53 Seiten
978-3-8353-3019-1

Eberhard Lämmert: Literaturwissenschaftler, Universitätspräsident, Wissenschaftspolitiker. Aus fünf kurzen, teils sehr persönlichen Texten erwächst ein eindrückliches Bild von Eberhard Lämmerts Leben und Wirken – und zugleich ein faszinierendes Porträt deutsch-deutscher (Wissenschafts-)Geschichte.
Als Literaturwissenschaftler und Präsident der Freien Universität Berlin wurde Lämmert während der Studentenrevolten der 1960er Jahre zu einem maßgeblichen politischen Akteur. Unvergessen seine Rede auf dem Münchner Germanistentag 1966, in der er die strukturelle Verquickung des Fachs Germanistik im Nationalsozialismus aufdeckte. Ebenfalls unvergessen sein Auftritt im Prozess vor dem Berliner Landgericht 1967, bei dem sein Gutachten zum Freispruch von Rainer Langhans und Fritz Teufel beitrug. Nach der Wende war Lämmert Gründungsdirektor des Berliner Zentrums für Literaturforschung, mit dem es ihm gelang, west- und ostdeutsche Wissenschaftler unter einem Dach zu versammeln.
Zugleich Grenzgänger und Traditionsbewahrer, richtete Lämmert seine literaturwissenschaftliche Arbeit stets an der jeweiligen Gegenwart aus, den Vorgang des Erzählens verstand er als universelle kulturelle Praxis. Scharfsinnig, liberal, fröhlich und empathisch – die Beiträge sind eine Hommage an einen Geschichte schreibenden Literaturwissenschaftler und Menschen.

Medienecho

11.12.2017
›Complicirte mannigfache Harmonie‹. Erinnerungen an Eberhard Lämmert

Rezension von Petra Boden, in: Zeitschrift für Germanistik, 27 (2017) 3, S. 654–656 (kostenpflichtig)