Sakrale Ökonomien. Konzeptionen des Tragischen im »Collège de Sociologie« (1937–1939)
seit 2011
Leitung: Rosa Eidelpes
seit 2011
Dissertationsprojekt von Rosa Eidelpes
Das Promotionsprojekt untersucht Konzeptionen des Tragischen und der Tragödie im Collège de Sociologie (1937-1939), jener ›wissenschaftlichen Geheimgesellschaft‹ rund um (u.a.) Literaten, Soziologen bzw. Ethnologen wie Georges Bataille, Roger Caillois und Michel Leiris. Mit den Methoden der sogenannten sociologie sacré und in selbsterklärter Nachfolge Émile Durkheims widmete sich das Collège de Sociologie der Analyse von ›Restbeständen‹ und modifizierten Erscheinungsformen des Sakralen in der scheinbar säkularisierten westlichen Moderne. Die Beschäftigung mit dem religious turn in den Leitwissenschaften Soziologie und Anthropologie zeitigt dabei nicht nur ein gesteigertes Interesse für die Erscheinungsformen des Sakralen, sondern wird zugleich zum Ausgangspunkt einer Auseinandersetzung mit der Rolle der Tragödie in der Moderne.
Untersucht wird in diesem Zusammenhang, in welches Verhältnis die Tragödie und das Tragische zum Sakralen und zur sakralen Erfahrung gesetzt werden, sowie die Implikationen für eine Theorie der Tragödie vor dem Hintergrund des erklärten Ziels des Collège de Sociologie: Das Sakrale im Sinne einer erneuerten Gesellschaft und eines neuen Menschen mit veränderter Affekt- und Gefühlsökonomie zu reaktivieren.



