Vom Verschwinden des Geldes. Zur kulturellen Semantik des Monetären in der Moderne und Gegenwart
seit 2010
Leitung: Christian Schön
seit 2010
Dissertationsprojekt von Christian Schön
Über Geld spricht man nicht.
Kaum etwas scheint weniger zutreffend zu sein angesichts von
Wirtschaftskrise, Staats- und Bankenpleiten. Das ubiquitäre Sprechen
über Finanzierungsmittel dominiert zunehmend auch den Bereich der
Künste. Dabei fällt auf, dass die Rede über Geld vorwiegend durch
das Fehlen oder den Verlust desselbigen motiviert ist. In Zeiten der
Krise kommt erschwerend hinzu, dass das Vertrauen in das prinzipielle
Vorhandensein und die Stabilität von Geld schwer erschüttert wird.
Dadurch werden all die Werte in Frage gestellt, die das Geld im
Rahmen eines funktionierenden (Waren-)Tauschsystems
repräsentiert.
Während im 19. Jahrhundert die Künste gegenüber
dem wirtschaftlichen Kreislauf überwiegend als autonom auftraten,
reflektieren sie im 20. Jahrhundert vermehrt auch ihren Charakter
als Ware. Im Fokus des Projekts stehen zwei Zeiträume, deren
ähnliche historische Konstellationen den Anlass zu einem Vergleich
bieten – die Zeit der Weimarer Republik und die Gegenwart. Gefragt
wird sowohl danach, wie in Narrativen Geld thematisiert wird, als
auch nach dem Wechselverhältnis von Geldwert und dessen Kehrseite,
dem Anderen des Geldes.


