Susan Taubes-Edition
Programmförderung BMBF 2008–2013
Leitung: Sigrid Weigel
Bearbeitung: Christina Pareigis, Johannes Steizinger
Gastwissenschaftler: Evelyn Adunka, Noémi Földes, Ethan Taubes
I. Projektbeschreibung
Seit 2003 werden die Hinterlassenschaften der Schriftstellerin und Philosophin Susan Taubes, geb. Feldmann (1928–1969), am ZfL archiviert und erforscht. Die in Arbeit befindliche Edition der Schriften aus Taubes’ Nachlass ermöglicht die Entdeckung einer unabhängigen Denkerin, deren Leben und Schreiben das Zeugnis einer für das 20. Jahrhundert brisanten Geschichte von Erfahrungen darstellen, in der jüdische Emigration und weibliche Intellektualität zusammentreffen. Ihr literarisches und kulturwissenschaftliches Werk dokumentiert eine Geschichte, die Erfahrungen des Exils und eine enthusiastische Teilhabe am intellektuellen Aufbruch der Nachkriegskultur in den USA und im Europa der 1950er und 60er Jahren einschließt.
Susan Taubes' ungewöhnlicher Lebensweg findet sich nicht nur in den veröffentlichten Teilen ihres Werks dokumentiert, sondern auf besondere Weise auch im Nachlass. Neben wissenschaftlichen Aufzeichnungen enthält dieser eine große Anzahl an literarischen Manuskripten, Tagebuchaufzeichnungen und Korrespondenzen, darunter der Briefwechsel mit Jacob Taubes aus den Jahren nach ihrer Heirat. Diese Materialien bilden die Grundlage des Forschungs- und Editionsvorhabens.
Nach einer ausgiebigen Phase der Sichtung, Sondierung und Anordnung des Materials, umfangreicher Recherchen zu biographischen und arbeitsgeschichtlichen Kontexten in Archiven und durch Interviews mit Zeitzeugen, sowie durch die intensive Zusammenarbeit mit Ethan Taubes in New York und Noémi Földes in Budapest, ist 2011 der erste Band der Edition erschienen: die Korrespondenz mit ihrem damaligen Ehemann, dem Religionssoziologen und Philosophen Jacob Taubes (1923–1987), dessen Teilnachlass ebenfalls am ZfL in Hinsicht auf eine Edition bearbeitet wird.
Die weiteren in Vorbereitung befindlichen Bände enthalten eine Auswahl der Schriften aus dem Nachlass, darunter Susan Taubes' wissenschaftliche Essays und ihre Dissertation aus dem Jahr 1956, eine Wiederveröffentlichung ihres Romans »Divorcing« (1969) sowie weitere literarische Texte, von denen viele bislang nicht publiziert wurden. Insbesondere die Briefe und privaten Aufzeichnungen aus dem Nachlass werden umfassend und erstmals kommentiert.
Die Etablierung des Nachlasses wurde gefördert von der Stiftung Preußische Seehandlung.
II. Publikationen
Herausgeber:
Christina Pareigis
Susan Taubes
Die Korrespondenz mit Jacob Taubes 1950–1951
Wilhelm Fink Verlag, München, 2011
Christina Pareigis
»Searching for the Absent God. Susan Taubes’s Negative Theology« und »Letter from Susan Taubes to Jacob Taubes April 4, 1952«, in: Telos Nr.150, 2010, S. 97–114
»When an Exile Celebrates her Fate. Zum 40. Todestag von Susan Taubes«, in: Dan Diner (Hg.): Jahrbuch des Simon-Dubnow-Instituts, Bd. 8, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2009, S. 397–417
Sigrid Weigel
»Between the Philosophy of Religion and Cultural History. Susan Taubes on the Birth of Tragedy and the Negative Theology of Modernity«, in: Telos Nr.150, 2010, S.115–136
III. Veranstaltungen
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25.04.2006
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11.01.2008
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14.10.2011
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Buchpräsentation mit Sigrid Weigel und Martin Treml auf der Frankfurter Buchmesse 2011
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28.11.2011
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Vortrag
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20.12.2011
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25.01.2012
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Buchpräsentation
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18.03. –
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International Conference
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IV. Medienecho
Archiv und Eros (11.01.2008)
Artikel von Lene Zade, in: Jüdische Zeitung, Nr. 01 (29), Januar 2008, S. 24, lesen
Mom's Writings (14.01.2008)
Artikel von Alexander Cammann, in: die tageszeitung vom 14.01.2008, lesen
Susan Taubes, Philosphin. Zerrissen. (16.02.2008)
Artikel von Alexander Cammann, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16.01.2008
Ja, ich bin tot. (10.11.2009)
Zum 40. Todestag der Religionsphilosophin und Schriftstellerin Susan Taubes. Artikel von Lena Zade, in: Jüdische Zeitung, November 2009, lesen
Ein Leben in Finsternis (26.06.2010)
Susan Taubes ist vergessen. Nun ist ihr Nachlass nach Berlin gelangt und wird Schritt für Schritt veröffentlicht. Er offenbart eine Schriftstellerin von Rang. Artikel von Jacques Schuster, in: Die Welt vom 26.06.2010, lesen
Susan Taubes – Jacob Taubes – Carl Schmitt (25.01.2012)
Vorstellung der Briefwechsel Jacob Taubes' mit seiner Frau Susan u. Carl Schmitt, in: Deutschlandradio Kultur, Sendung: Fazit vom 25.01.2012, 23:45, anhören (3,3 MB)
Die Prinzessin und ihr Priester (27.01.2012)
Gnostische Selbstzweifel und messianische Vielweiberei: Das Berliner Zentrum für Literatur und Kulturforschung erkundet die Biografien von Jacob Taubes und seiner ersten Frau Susan Taubes. Artikel von Gregor Dotzauer, in: Tagesspiegel vom 27.01.2012, lesen
Sigrid Weigel entdeckt die Schriften von Susan Taubes (01.12.2012)
Rezension, in: Information Philosophie, Heft 5/2012, lesen





