Forum SynergieWissen
05.07.2013

Synergietalks 08: Symbol & Theurgie. Die Transformationsästhetik der russischen Moderne

Ort: ZfL, Schützenstr. 18, 10117 Berlin, 3. Et., Seminarraum 303
Organisiert von Tatjana Petzer

Programm

10.00
Tatjana Petzer (ZfL/Zürich): Zur Einführung: Symbol – Theurgie – Transformation – Synergie

10.30–12.30
Aage Hansen-Löve (Wien): Dionysik und Apollinik als Medienmythen des Symbolismus

Georg Witte (FU Berlin): Transformative Theorie der poetischen Sprache von Andrej Belyj bis Osip Mandel’štam

14.15–15.00
Henrieke Stahl (Trier): Bildendes Denken. Andrej Belyjs Erkenntnistheorie als theurgische Erkenntnispraxis

15.20–16.50
Jurij Murašov (Konstanz): Proletarische Theurgie und die Elektrifizierung des Wortes. Zu Andrej Platonov

Susanne Frank (HU Berlin): Transformationsästhetiken der Moderne. Symbolismus – SozRealismus (Am Beispiel der Symbolik von »Weiß«, »Schnee« und »Eis«)

Auf der Suche nach einem allgemeinen Ausweg aus der Kulturkrise um 1900 wurde für den russischen Religionsphilosophen Vladimir Solov’ev das theurgische Kunstschaffen, in dem Gott und Mensch bei der kreativen Umformung der Welt synergetisch zusammenwirken, programmatisch. In seiner Nachfolge verpflichteten sich insbesondere die russischen Symbolisten der performativen Theurgielehre und strebten nach einer umfassenden Transformation und Erneuerung der Wirklichkeit mittels der Synthese von Religion, Kunst und Technik. Dass das Wort, gottgewirkt und vergöttlichend zugleich, maßgeblichen Anteil an der religiösen und kulturellen Erneuerung haben sollte, wurde auch im Postsymbolismus manifest. Der Workshop untersucht die epistemischen, anthropologischen und ästhetischen Bedingungen und Konsequenzen dieser theurgisch-transformatorischen Sprache in der russischen sowie frühsowjetischen symbolistischen, nachsymbolistischen und avantgardistischen Kunst und Literatur.