Workshop
30.11.2001 – 01.12.2001 · 01.00 Uhr

Übertragung / Übersetzung

ZfL-Projekt(e): Säkularisierung

Programm

Mit Benjamin kann man vermuten, daß das Phänomen heiliger Texte paradigmatisch für das Problem der Übersetzung/Übertragung sei, weil hier Ausdruck und Bedeutung, Religion und Kultur in eine besonders enge Verbindung treten. Daher ist mit der Übersetzung oft auch ein Versuch der Transformation und Restitution der ?Heiligkeit? des Textes in der Übersetzungssprache verbunden. Jede Übertragung ist historisch und reflektiert Sprach- und Literaturgeschichte, häufig konstituieren sich literarische Genres und Bibelübersetzungen in einem noch näher zu bestimmenden Wechselverhältnis. Oft wird dabei auch nach der Geschichtlichkeit von Sprachen und dem Ursprung von Sprache überhaupt gefragt.
Am ?heiligen Text? zeigt sich daher die Spannung verschiedener Sprachen und Kulturen nicht weniger deutlich als die Krise des Übersetzens als solches; auch läßt sich das problematische Konzept des ?heiligen Textes? an Übersetzungsphänomenen schärfen. Der Workshop beleuchtet die verschiedenen Arten der Übersetzung heiliger Texte, die im- und expliziten Übersetzungstheorien sowie die ästhetischen, religiösen und politischen Debatten um die Übersetzungen; historisch wird dabei der Schwerpunkt auf der Übersetzung der Bibel im Spannungsfeld zwischen Christentum, Judentum und Aufklärung im Deutschland des 18. und 19. Jahrhunderts liegen.

Medienecho

25.01.2002
Angst vor der Entheiligung

Kann man religiöse Texte übersetzen? – ein Projekt. Bericht von Anatol Schneider, in: Tagesspiegel vom 25.1.2002