Mi, 01.02. –
Do, 02.02.2012
Workshop
Zur Lesbarkeit Hans Blumenbergs. Schreibweisen, Kontexte, Begriffskonfigurationen
Organisiert von:
Daniel Weidner
Robert Buch (University of New South Wales, Sydney)
ZfL, Schützenstr. 18, 10117 Berlin, 3. Et., Seminarraum 303
Kontakt:
Daniel Weidner
Programm
Der Workshop wird Blumenbergs ›Werk‹, dessen Entstehen oder Abrundung durch Veröffentlichungen aus dem Nachlass wir gerade erleben, im Horizont gegenwärtiger kulturwissenschaftlicher Fragen und Problemstellungen einer Probe auf seine Lesbarkeit unterziehen: Wie können wir Blumenbergs Texte heute verstehen, welche aktuellen Fragestellungen finden sich in ihnen angedeutet und wie ist umgekehrt mit ihrem historischen Index umzugehen? Wie sind seine Überlegungen aufgenommen und verarbeitet worden und welche Potenziale bergen seine Texte noch immer? Welche neuen Perspektiven erlauben diese ihrerseits auf die intellektuelle Geschichte der Bundesrepublik und auf den gegenwärtigen Diskurs? Welche Verständnishindernisse gibt es in Blumenbergs Texten und wie kann man ihnen – durchaus auch pragmatisch – begegnen? Denn trotz der Prominenz ihres Autors sind Blumenbergs Beiträge nur punktuell rezipiert worden und in ihren Potenzialen noch keineswegs ausgeschöpft.
Absicht des Workshops ist es, die Vielseitigkeit und die Spannungen, die Blumenbergs Werke auszeichnen, aus interdisziplinärer Perspektive in den Blick zu nehmen. Zu fragen ist nach den oftmals unthematisierten Prämissen und methodischen Implikationen, nach der Verortung in unterschiedlichen generischen und disziplinären Zusammenhängen sowie nach spezifischen Figuren und Begriffen, also nach den sich durchhaltenden Mustern und Fragestellungen, die Blumenbergs Arbeiten immer wieder beschäftigen.
(Stand: 23.01.2012)
Mittwoch, 01.02.2012
10.00–12.30
Begrüßung und Eröffnung
Formen und Verfahren
Rüdiger Zill (Potsdam): Die Anekdote als philosophische Form
Cornelius Borck (Lübeck): Blumenbergs Erzählungen. Anmerkungen aus der Wissenschaftsgeschichte
13.00–14.00
Robert Buch (Sydney): Unförmigkeit. Arbeit am Höhlengleichnis
Diskurse und Kontexte
15.30–17.30
Rebekka Klein (Halle-Wittenberg): Blumenberg als Kulturphilosoph? Grenzen seiner Lesbarkeit zwischen Kulturtheorie und Anthropologie
Herbert Kopp-Oberstebrink (ZfL): Poetik und Hermeneutik zwischen Terror und Spiel. Hans Blumenberg, Jacob Taubes und die Diskussion um "Späthorizonte mythischen Denkens"
18.00–19.00
Manfred Sommer (Kiel): Wirklichkeit und Wirklichkeiten. Blumenberg und die Phänomenologie
Donnerstag, 02.02.2012
9.30–11.30
Pini Ifergan (Jerusalem): Die Lesbarkeit der Welt. The Anthropological Assumptions
Angus Nicholls (London): Die Funktion wissenschaftlicher Diskurse in Beschreibung des Menschen
Begriffe und Konfigurationen
12.00–13.00
Ernst Müller (ZfL): Technik und Technisierung bei Blumenberg
14.30–16.30
Elizabeth Brient (Athens, GA): The Rhetoric of Reoccupation and the Legitimacy of the Modern Age
Ulrich von Bülow (Marbach): Quellen, Ströme, Eisberge. Blumenbergs Wassermetaphern, ein Bericht aus dem Nachlass
Medienecho
Geschichten gegen die Angst (09.02.2012)
Eine Tagung zur Lesbarkeit von Hans Blumenberg. Der Philosoph Hans Blumenberg ist 1996 gestorben. Doch immer noch erscheinen neue Bücher aus seinem Nachlass. Das Berliner Zentrum für Literatur- und Kulturforschung hat jetzt zu einer Tagung über Hans Blumenberg eingeladen. Mythen und Urgewalten spielen dabei eine große Rolle. Radiobeitrag von Gerald Beyrodt, in: Deutschlandfunk, Sendung Studiozeit - Aus Kultur- und Sozialwissenschaften vom 09.02.2012
Höhlendunkel oder Wie zu lesen sei (08.02.2012)
Hans Blumenberg zählt zu den großen Philosophen unserer Zeit. Doch worum geht es in seinem Werk? Eine Berliner Tagung versuchte jetzt, das zu klären. Artikel von Helmut Mayer, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 08.02.2012


