Den GULag schreiben: Warlam Schalamow

  1. Projektbeschreibung
  2. Publikationen
  3. Veranstaltungen
  4. Pressestimmen

Leitung: Franziska Thun-Hohenstein

Das literarische Werk des russischen Dichters und Schriftstellers Warlam Schalamow (1907-1982) war in der deutschen wie in der internationalen literarischen Öffentlichkeit lange Zeit wenig bekannt. Dabei gebührt ihm durch die literarische Qualität seiner Auseinandersetzung mit dem stalinistischen Gewaltregime – insbesondere in den sechs Zyklen der »Erzählungen aus Kolyma« – ein herausragender Platz innerhalb der Literatur des 20. Jahrhunderts. In seinen Texten über die sowjetische »Lagerzivilisation« entwickelte Schalamow eine Poetik äußerster Dichte und Nüchternheit, die ihn zu einer ästhetischen Gegenfigur Alexander Solschenizyns macht. Anliegen des Projektes ist es, über die editorische Betreuung der Werkausgabe hinaus, die ästhetische Position Warlam Schalamows in den internationalen Debatten um ein »Schreiben nach dem GULag« und »Schreiben nach Auschwitz« zu verorten.

Der Verlag Matthes & Seitz Berlin veröffentlich seit 2007, herausgegeben von Franziska Thun-Hohenstein, eine auf sieben Bände konzipierte Werkausgabe in der Übersetzung von Gabriele Leupold. Die einzelnen Bände sind jeweils mit Anmerkungen, Glossar und einem Nachwort ausgestattet.

2011 wird zunächst die Edition der »Erzählungen aus Kolyma« abgeschlossen. Die nachfolgenden Bände enthalten zwei weitere autobiographische Prosatexte (»Das vierte Wologda« und »Wischera«) sowie Erinnerungen, Essays, Briefe (u.a. an B. Pasternak, A. Solschenizyn, N. Mandelstam) und eine Auswahl aus den Gedichten.

Publikationen

Erzählungen aus Kolyma 4
Warlam Schalamow: Die Auferweckung der Lärche

Verlag: Verlag Matthes & Seitz, Berlin, 2011
664 Seiten
ISBN: 978-3-88221-502-1

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Erzählungen aus Kolyma 3
Warlam Schalamow: Künstler der Schaufel

Verlag: Verlag Matthes & Seitz, Berlin, 2010
603 Seiten
ISBN: 978-3-88221-600-4

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Warlam Schalamow: Über Prosa

Verlag: Verlag Matthes & Seitz, Berlin, 2009
144 Seiten
ISBN: 978-3-88221-642-4

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Erzählungen aus Kolyma 2
Warlam Schalamow: Linkes Ufer

Verlag: Verlag Matthes & Seitz, Berlin, 2008
320 Seiten
ISBN: 978-3-88221-601-1

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Erzählungen aus Kolyma 1
Warlam Schalamow: Durch den Schnee

Verlag: Verlag Matthes & Seitz, Berlin, 2007
342 Seiten

Weitere Informationen



 

Franziska Thun-Hohenstein: »Auszug aus der ›Lagerzivilisation‹. Russische Lagerliteratur im europäischen Kontext«, in: Ludger Schwarte (Hg.): Auszug aus dem Lager. Zur Überwindung des modernen Raumparadigmas, Bielefeld: Transcript Verlag 2007, S. 180–200

Franziska Thun-Hohenstein: »Überleben und Schreiben. Varlam Šalamov, Aleksandr Solženicyn, Jorge Semprun«, in: Falko Schmieder (Hg.): Überleben. Historische und aktuelle Konstellationen, München: Fink 2011, S. 123–146

Pressestimmen

Faktograph in den Zuchtanstalten am Kältepol der Erde (30.01.2012)

Aus dem Inneren des Gulag: Der abschließende Band von Warlam Schalamows erschütternden »Erzählungen aus Kolyma« liegt jetzt in deutscher Übersetzung vor. Rezension von Judith Leister, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 30.01.2012

Kaum spürbarer Hoffnungshauch (17.01.2012)

Das Hauptwerk von Warlam Schalamow, die »Kolyma-Geschichten«, schildert die Schrecken der Arbeitslager in der Stalinzeit. Schalamow hat rund zwei Jahrzehnte in Lagern und Gefängnissen zubringen müssen. Jetzt ist der letzte, abschließende Band seiner Werkausgabe erschienen. Rezension von Jörg Plath, in: Deutschlandradio Kultur, Sendung: Radiofeuilleton/Kritik vom 17.01.2012

rez_schalamow_laerche.mp3 (2,7 MB)

Erzählungen von Gulagliterat Warlam Schalamow (04.12.2010)

Interview mit Herausgeberin Franziska Thun-Hohenstein, in: Neue Westfälische vom 4.12.2010

rez_schalamow_neuewestfaelische.pdf (42,4 kB)

In der Hölle ist jeder sein eigener Sprengmeister (12.11.2010)

Rezension von Ralph Dutli, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 12.11.2010

Jenseits des Menschlichen. Nur aus erster Hand? (02.04.2010)

Überlegungen zu Herta Müllers Buch „Atemschaukel“ und der Zeugenschaft in der Lagerliteratur. Artikel von Ulrike Baureithel u.a. über W. Schalamows "Erzählungen aus Kolyma" (hg. von F. Thun-Hohenstein) und F. Thun-Hohenstein "Gebrochene Linien. Autobiographisches Schreiben und Lagerzivilisation" (Reihe LiteraturForschung Band 5), in: Der Freitag vom 02.04.2010

lagerliteratur_freitag.pdf (60,8 kB)

Was vom Menschen übrig bleibt (23.11.2009)

Auch Warlam Schalamows Erzählungen beweisen nicht das Ende des Humanums. Rezension von Fabian Kettner, in literaturkritik.de vom 23.11.2009

rez_schalamow_litkritik.pdf (35,7 kB)

Kolyma - Kältepol der Grausamkeit (04.08.2007)

Warlam Schalamow erzählt von den Schrecken des Gulag. Artikel von Gerhard Gnauck zu Heft 6/2007 der Zeitschrift Osteuropa mit dem Schwerpunkt Warlam Schalamow, in: Die Welt vom 04.08.2007, S. 5.

schalamow_welt_20070804.pdf (28,9 kB)