Literatur und Wahrnehmung. Zur ästhetischen Phänomenologie der Moderne

Literatur als Manifestation des Ästhetischen‚ das auf Wahrnehmungen reagiert, ist der Ort, an dem neue Formen der Wahrnehmung ihre formalästhetische Transformation erfahren. Sie ist umgekehrt jedoch auch das Medium, das – in der Entwicklung ästhetischer Verfahren – das ›aisthetische‹ Instrumentarium zu erweitern imstande ist. Im Projekt wurden die Zusammenhänge zwischen der Veränderung von Wahrnehmung und literarästhetischen Entwicklungen in der Moderne untersucht. Im Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses standen dabei nicht nur die unterschiedlichen Thematisierungen von Wahrnehmung in literarischen Texten der ›Klassischen Moderne‹. Basierend auf einer Bestandsaufnahme der vielfältigen Reden über Wahrnehmung in den philosophisch-epistemologischen, naturwissenschaftlich-experimentellen, soziologischen, populärmedizinischen, allgemein kulturkritischen sowie medien- oder kunsttheoretischen Diskursen der Epoche wurde zudem den literarästhetischen Transformationen veränderter Wahrnehmung bis in die Materialität der zu analysierenden Texte nachgegangen.

gefördert durch die Europäische Kommission, »Marie Curie-Fellowship« 2008–2010
Leitung: Hildegard Kernmayer

Publikationen

»Poetik des Schweigens. Poetik der Brechung. Poetik des Banalen. Écriture féminine. Zu Marlene Streeruwitz’ poetologischen Konzepten«. in: Günther A. Höfler, Gerhard Melzer (Hg.): Marlene Streeruwitz, Graz, Wien: Droschl 2008, S. 29–45

»›Unsterblichkeit eines Tages‹ oder ›interdiskursives Sprachspiel‹? Gattungshistorisches und Gattungstheoretisches zur Frage: Was ist ein Feuilleton?«, in: Sigurd P. Scheichl (Hg.): Feuilleton – Essay – Aphorismus. Nicht-fiktionale Prosa in Österreich, Innsbruck: Innsbruck University Press 2008, S. 45–66

»Alfred Polgar: Orchester von oben«, in: Stephan Porombka, Erhard Schütz (Hg.): Fünfzig Klassiker des Kulturjournalismus, Berlin: B&S Siebenhaar 2008, S. 124−127 

(Hg) Schreibweisen. Poetologien. 2. Zeitgenössische österreichische Literatur von Frauen, Wien: Milena 2010

»›Wir kannten nicht sein unerhörtes Haupt...‹. Vom Sagen des Unsichtbaren in der literarischen Moderne«, in: Trajekte 21, Berlin, 2010, S.48−51