Jahrestagung des ZfL
29.10.2015 – 31.10.2015

Die Wiederkehr der Religionen und die Kulturwissenschaften

Ort: ZfL, Schützenstr. 18, 10117 Berlin, Trajekte-Tagungsraum 308

Programm

(Stand: 27.10.2015)

Donnerstag, 29.10.2015
14.00–15.30

  • Eva Geulen (Direktorin des ZfL): Begrüßung
  • Daniel Weidner (ZfL) / Martin Treml (ZfL): Einführung
  • Volkhard Krech (Bochum): Brauchen Kultur und Religion einander?

16.00–18.00

  • Caroline Sauter (ZfL): »Secret theology of worldly philology«. Bibel und Weltliteratur in der (post-)modernen Literaturtheorie
  • Daniel Weidner (ZfL): Rhetorik der Säkularisierung und »Theorie« der Kultur. Überlegungen zu Problemgeschichte und Aktualität des Religiösen in den  Kulturwissenschaften

 

Freitag, 30.10.2015
9.30–11.30

  • Jörg Rüpke (Erfurt): Mut zur »Religion«. Ein religionswissenschaftlicher Vorschlag
  • Ernst Müller (ZfL): Begriffsgeschichte und Säkularisierung. Eine kritische Revision

12.00–13.00

  • Vivian Liska (Antwerpen): »Schreckliche Dinge – genug«. Kafka, Hiob und Theodizee in der Moderne

14.30–16.30

  • Nils Riecken (Berlin): Moderne und Islam provinzialisieren: Abdallah Laroui und die Dialektik von profaner und theologischer Zeit
  • Zaal Andronikashvili (ZfL): ›Ihrer Form nach religiös, ihrem Inhalt nach national‹. Die georgische National-Orthodoxie

17.00–19.00
Posterpräsentationen aktueller ZfL-Forschungsprojekte

  • Yael Almog (ZfL): Text- und Religionskulturen
  • Hannah Markus (ZfL): Poetologie und jüdische Philosophie. Gershom Scholem-Edition
  • Stefanie Burkhardt (ZfL): Religion erzählen. Eine metatheoretische Neuinterpretation von Mircea Eliades religionswissenschaftlichem und literarischem Gesamtwerk

19.00

  • Stefan Weidner (Köln): Ein Versuch, Ibn al-Arabis mystische Gedichte wieder zum Sprechen zu bringen

Samstag, 31.10.2015
10.00–12.00

  • Karl-Heinz Ladeur (Hamburg): Überlegungen zur Paradoxie der Selbstdefinition der Religion und ihrer Festlegung auf eine protestantische Verinnerlichung durch die Rechtspraxis
  • Michael Zank (Boston): Torah als Staatsrecht. Epochen einer theologisch-politischen Idee

13.30–15.30

  • Thomas Macho (Berlin): Vom Martyrium zum politischen Suizid. Überlegungen zum Funktionswandel des Selbstopfers
  • Claude Haas (ZfL): »Sie werden auferstehen!« Gespenst und Erlösung im modernen Kriegsdenken

Mit der Rückkehr der Religionen in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit hat sich in den letzten Jahrzehnten auch die kulturwissenschaftliche Forschung und Theoriebildung verstärkt für das Religiöse interessiert. Dabei haben sich grundsätzliche epistemologische und methodische Probleme gezeigt, über die auf der Tagung in interdisziplinären Gesprächen selbstkritisch diskutiert werden soll: Wie kann man verschiedene religiöse Traditionen unterscheiden? Wie grenzt sich Religion von Recht, Politik, Kunst ab? Gibt es überhaupt ›die Religion‹?
Kulturwissenschaftlich fruchtbar sind dabei vor allem die Übergänge, Ambivalenzen und Paradoxien. Denn an diesen lässt sich untersuchen, wie Religiöses diskursiv verhandelt und praktisch gestaltet wird und wie relevant das Nachleben der Religionen auch dort noch sein kann, wo man es nicht vermuten würde. Die Wiederkehr der Religionen sollte also nicht als isolierte Entdeckung eines neuen Gegenstandsgebietes oder gar einer neuen Großtheorie verstanden werden, sondern als Infragestellung von Selbstverständlichkeiten unserer vermeintlich säkularen Moderne – als eine Provokation.

Medienecho

07.12.2015
Wiederkehr der Religionen [MP3]

Radiobeitrag von Marie Wildermann, in: Deutschlandfunk, Sendung »Tag für Tag« vom 07.12.2015, 9.35 Uhr