Der hörende Mensch in der Moderne. Medialisierung und Anthropologisierung in Konzeptionen von Musik um 1900

1877 beginnt mit der Erfindung des Phonographen die Geschichte der musikalischen Reproduktionstechnologien, zehn Jahre später wird das Grammophon entwickelt. Phonograph und Grammophon sind der Ausgangspunkt für die ersten Erfahrungen mit der technisch-medialen Aufnahme, Speicherung und Wiedergabe von Musik. Zeitgleich mit dem Beginn der Medialisierung von Musik setzt im 19. Jahrhundert die Entwicklung einer wissenschaftlichen Perspektive ein, in der Musik als Produkt der menschlichen Wahrnehmung aufgefasst wird und eine Anthropologisierung erfährt. Die Reproduktionstechnologien stellen dabei einen Punkt dar, an dem sich Anthropologisierung und Medialisierung verschränken: Die neuen Medien verändern die moderne Wissensordnung.

Das Promotionsprojekt untersucht die Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Vorstellungen von Musik in den Bereichen ›Wissenschaften‹, ›Medien‹ und ›Künste‹ im Zeitraum von 1880 bis 1930. Der Fokus liegt dabei auf diesen beiden Tendenzen – der Medialisierung und der Anthropologisierung von Musik – und der Frage, wie sich beide zueinander verhalten.

2011–2014
Leitung: Frauke Fitzner

Publikationen

Frauke Fitzner (Hg.)

Tempo! Zeit- und Beschleunigungswahrnehmung in der Moderne

Interjekte 5
2014, 51 Seiten
DOI: 10.13151/IJ.2014.05

Vortrag von Frauke Fitzner: »Die Notwendigkeit, die Werke rascher zu interpretieren«. Musik, Technik und Beschleunigung
gehalten am 04.06.2013 in der Vortragsreihe des ZfL im Rahmen der Ausstellung Tempo! Tempo! Im Wettlauf mit der Zeit des Museums für Kommunikation Berlin

gesendet in: Deutschlandradio Wissen, Sendung Hörsaal vom 23.02.2014