Ausdruckstheoretische Ansätze bei Aby Warburg und Franz Dornseiff im wissenschaftshistorischen Kontext um 1900

Sowohl der Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler Aby Warburg als auch der Altphilologe Franz Dornseiff beschäftigten sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts mit ausdruckstheoretischen Fragen. In dem Dissertationsprojekt geht es um die gemeinsame Lektüre ihrer einerseits bildwissenschaftlichen, andererseits philologischen Ansätze. Die Arbeit versucht anhand der historischen Konstellation zu klären, ob und gegebenenfalls wie sich im Spannungsfeld der Disziplinen – speziell durch die Kontrastierung von Wort und Bild – ein spezifisch kulturwissenschaftliches Konzept zur Expressivität des Menschen herausbildet. Wie ein solches in Zusammenhang mit der Methode einer kulturwissenschaftlichen Philologie gebracht werden kann und wodurch es sich von zeitgenössischen Ausdruckstheorien (beispielsweise der Philosophie) abgrenzen lässt, sind weiterführende Fragen. Ferner gilt es, nach rhetorik-, fach- und mediengeschichtlichen Paradigmen um 1900 zu fragen, die in die untersuchten Ansätze eingeflossen sind.

2008–2011
Leitung: Romy Marschall