Der Knoten, der Projektor, die Sachen selbst. Leibniz' Instrumente des Denkens
Programm
Horst Bredekamp ist seit 1993 Professor fuer Kunstgeschichte an der
Humboldt-Universitaet zu Berlin und darueber hinaus Projektleiter im
Helmholtz-Zentrum fuer Kulturtechnik in Berlin. Im Jahr 2000 erhielt er
den Sigmund-Freud-Preis der Deutschen Akademie fuer Sprache und
Dichtung, Darmstadt. Neuere Publikationen: Repraesentation und Bildmagie
der Renaissance als Formproblem (1995); Thomas Hobbes’ visuelle
Strategien. Der Leviathan (1999); Sankt Peter in Rom und das Prinzip der
produktiven Zerstoerung. Bau und Abbau von Bramante bis Bernini (2000);
Die Fenster der Monade (im Erscheinen).
Vom Fernrohr bis zum
Mikroskop und von der Camera Obscura bis zur Laterna Magica haben
optische Instrumente die Erforschung der sehenden Erkenntnis im
siebzehnten Jahrhundert auf eine Weise forciert, wie sie erst wieder
durch die Erfindung der Fotografie im neunzehnten Jahrhundert
ermoeglicht wurde. Gottfried Wilhelm Leibniz war an diesem Prozeß auf
eine bislang kaum beachtete Weise beteiligt. Die juengsten Publikationen
der Akademie-Ausgabe zeigen einen Philosophen, dem die tastende und
zeichnende Hand und das durch Museen und optische Theater geschulte Auge
eine Grundlage der Erkenntnis und der Begriffsbildung boten. Dieses
Phaenomen koennte das Gesamtbild seiner Philosophie verwandeln, weil es
die Kluft zwischen Kalkuel und Anschauung wie auch zwischen der
„Fensterlosigkeit“ der Monade und der koerperlichen Form ihrer
Perzeptionsweisen ueberbrueckt.