Is Memory a Private Affair? Reflections on Proust, Sebald and Richter
Programm
Zum Vortrag*
Ist die Welt der Erinnerung bzw. des Gedächtnisses eine
notwendigerweise private Welt, solipsistisch, innerlich und nicht
kommunizierbar? Wenn dem so ist, unter welchen Bedingungen kann ein
sensus communis, ein gemeinschaftlicher Sinn entstehen? Der Vortrag
unternimmt den Versuch, auf diese Fragen zu antworten, indem zuerst die
von Galen Strawson aufgeworfene Unterscheidung zwischen ‚episodischer
Selbst-Erfahrung’ und ‚diachronischer Selbst-Erfahrung’ in Bezug auf die
Literatur Marcel Prousts diskutiert wird. Des weiteren werden die Werke
von Winfried Georg Sebald und Gerhard Richter in den Blick genommen,
die beide die private Dimension des kollektiven Gedächtnisses ausloten,
die von den Stürmen des 20. Jahrhunderts auseinander gerissen wurde.
*Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.
Zur Person
Olivier
Remaud (*1969), Absolvent der Ecole Normale Supérieure, ist Professor
an der Pariser Ecole des hautes études en sciences sociales (EHESS).
Seit 2003 ist der Philosoph assoziierter Wissenschaftler am Berliner
Centre Marc-Bloch. 2002-2003 war er Forschungsstipendiat der Alexander
von Humboldt-Stiftung und Gast am Max-Planck-Institut für
Wissenschaftsgeschichte. Nach Gastprofessuren und Forschungsaufenthalten
in Warschau, Neapel, Bergen und Oslo ist er im Wintersemester 2006/2007
Gastprofessor am Institut für Romanische Philologie der FU Berlin.
Seine aktuellen Forschungen sind der Modernität als elementarer,
transdisziplinärer Kategorie der europäischen Moderne gewidmet.
Modernität wird dabei als eine reflexive Kategorie verstanden, die eine
genauere Lektüre der Variationen unserer Vorstellungen von kollektiver
Zeit ermöglicht.
Publikationen (Auswahl)
Michelet. La
Magistrature de l’histoire (Paris 1998), Les Archives de l’humanité.
Essai sur la philosophie de Vico (Paris 2004, ausgezeichnet mit dem Prix
François-Furet 2005), La Conscience d’époque. Essai sur les conditions
du sens commun (Paris, im Druck); Mitherausgeber von La Boétie. Le
Discours sur la servitude volontaire (Paris 2002), L'épreuve de la
nouveauté (=Laboratoire italien, 5/2006), Civilisation. Retour sur le
mot et l’idée (=Revue de synthèse, 2/2007).