Workshop
13.02.2015 – 14.02.2015

Sicherheit und Zukunft

Ort: ZfL, Schützenstr. 18, 10117 Berlin, 3. Et., Seminarraum 303
ZfL-Projekt(e): Sicherheit und Zukunft

Programm

(Letzte Aktualisierung: 10.02.20115)

Freitag, 13.02.2015
9.30–9.45
Einführung

Militär und Terrorismus
9.45–11.30

  • Sabine Blum (Freiburg): Ungewisse (Atomkriegs-)Zukünfte. Abschreckungsdenken und militärstrategische Planungen à la RAND
  • Michael Andreas (Bochum/Lüneburg):
    R/Echtzeit/igkeit. Drohnenkrieg und ›Virtual war‹

12.00–12.45

  • Michael Frank (Konstanz): ›Terrorists can strike at any time, at any place‹. Anti-Terror und das Paradigma der Verletzlichkeit


Ökologie
14.15–16.00

  • Catrin Gersdorf (Würzburg): Hurricane Katrina, Sicherheit und das ökologische Sublime. Patricia Smiths Gedichtband Blood Dazzler (2008)
  • Sebastian Vehlken (Lüneburg): Super-GAU und Computersimulation. Zukunft und (Un-)Sicherheit im Kontext Schneller Brutreaktoren 1970–80


Sicherheitstechnologien und Implementierung
16.30–18.15

  • Leon Hempel (TU Berlin): Sicherheit, Zeit und Technik
  • Jens Hälterlein (TU Berlin): Videoüberwachung und soziale Kontrolle


Samstag, 14.02.2015
9.30–11.15
Medizin

  • Matthias Leanza (Freiburg): Die Immunologik der Salutogenese

Religiöse und ästhetische Dimensionen

  • Natascha Adamowsky (Freiburg): Who is gonna save us? Sicherheitsregime im Science-Fiction-Film

11.45–13.30

  • Hubert Thüring (Basel): Theaterbrände. Sicherheit und ihre Inszenierung um 1900
  • Lars Koch (Dresden): Allegorien der Premediation. Alarmistische Subjektivität in der TV-Serie Homeland

13.30–14.00
Abschlussdiskussion

Die Referentinnen und Referenten diskutieren in ihren Beiträgen relevante Primärtexte und -bilder, die als Reader bereitstehen. Kontakt für die Zusendung des Readers: .

Moderne Konzepte und Praktiken von Sicherheit gehen immer mit Imaginationen von Zukunft einher. Wenn Sicherheitsstrategien vor einem möglichen Schaden in der Zukunft schützen sollen, muss dieses zukünftige Ereignis in irgendeiner Art und Weise berechnet, erzählt, visualisiert oder simuliert werden. Aus diesem Grund treibt das Sicherheitsdenken einen, wie der Soziologe Ulrich Bröckling formuliert, unabschließbaren »präventiven Willen  zum Wissen« an, zu dem systematische Datenerhebungen, Datenanalysen und Techniken der Früherkennung genauso gehören wie Szenario-Techniken, Computersimulationen oder Zukunfts-Erzählungen sowie Konstruktionen möglicher Feinde (konkret als z.B. »Schurkenstaaten« oder Terroristen, abstrakt als z.B. Netzwerke oder Schwärme). Es gibt nichts, was nicht Gegenstand von Sicherheits-Strategien werden könnte: der eigene Leib, die Familie, öffentliche Plätze, Industrieanlagen, die westliche Welt oder die ganze Erde. Dabei ist der Begriff Sicherheit unklar und ambivalent. Security ist einerseits ein leerer Begriff. Wie beispielsweise der Literaturwissenschaftler John Hamilton ausgeführt hat, leitet er sich vom lateinischen Wort securitas her, das einen Zustand bezeichnet, in dem man ohne Sorge, se/sine cura, ist. Und er ist andererseits häufig mit der positiven Vorstellung eines transzendenten Zustandes teilweiser oder vollkommener Sicherheit verknüpft. Was also jeweils genau unter »Sicherheit« zu verstehen ist, bedarf der Klärung.