Was ist eigentlich Dissidenz?
In den sozialistischen Ländern Mittel- und Osteuropas stellten sich viele Menschen staatlicher Willkür und Gewalt entgegen. Als Dissident:innen kämpften sie für Meinungsfreiheit und Menschenrechte und setzten sich gegen Zensur und politische Unterdrückung Andersdenkender ein. Einige von ihnen sind bis heute bekannt, andere sind in Vergessenheit geraten. Viele Geschichten wurden nie erzählt.
Doch was genau ist eigentlich Dissidenz? Zählt jede Form von Kritik dazu? Oder nur der laute Protest, eine öffentliche Mahnwache, die Verbreitung verbotener Literatur? Was ist mit den stillen Formen des Widerstands, dem Rückzug ins Private, den konspirativen Gesprächen am Küchentisch?
Die Wanderausstellung gibt Einblicke in die Protestbewegungen und Widerstandsformen der 1960er bis 1980er und fragt, welche dieser Erfahrungen und Haltungen uns heute noch herausfordern und inspirieren und wie sie sich mit unserer eigenen Geschichte verbinden.
Eine Kooperation des Leibniz-Zentrums für Literatur- und Kulturforschung (ZfL) in Berlin und des Leibniz-Instituts für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) in Leipzig, gefördert vom Leibniz-Lab Umbrüche und Transformationen der Leibniz-Gemeinschaft.
Abb. oben: Menschen tragen während der sowjetischen Invasion der Tschechoslowakei im August 1968 die tschechoslowakische Nationalflagge an einem brennenden sowjetischen Panzer in Prag vorbei. Quelle: Wikimedia Commons