Institutsprofil

Das Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (ZfL) ist ein geisteswissenschaftliches Institut für die Erforschung von Literatur in interdisziplinären Zusammenhängen und unter kulturwissenschaftlichen Voraussetzungen. Das ZfL erforscht die historische Genese von Literaturkonzepten, sowie Formen, Funktionen und Ausprägungen von Literatur im Zusammenspiel mit den Wissenschaften, den Künsten und anderen kulturellen Praktiken. Es geht in seiner Forschung von gegenwärtigen politischen und kulturellen Konflikten und Konstellationen aus, die es mit einer historischen Tiefenschärfe versieht. Hierbei werden literaturwissenschaftliche Verfahren und Methoden für die Analyse auch nichtliterarischer Prozesse der kulturellen Selbstverständigung genutzt und auf ihr Erkenntnispotenzial angesichts der medialen und politischen Umbrüche der Gegenwart hin reflektiert.

Die Forschungen des ZfL verpflichten sich akademischen Standards auf höchstem Niveau. Sie werden zugleich in allgemein zugänglichen Transferformaten präsentiert, die Kulturschaffende einbeziehen können. Zahlreiche Publikations- und Veranstaltungsformate (Podcast, Blog, Buchpräsentationen, Literaturtage, Jahrestagungen etc.) sind auf die Adressierung einer größeren Öffentlichkeit hin ausgerichtet.

Das ZfL vertritt ein breites Literaturverständnis, das nicht auf die ›schöne‹ Literatur beschränkt bleibt und nicht nationalphilologisch orientiert ist. Seine Forschungen legen ein starkes Gewicht auf sprachliche und symbolische Dimensionen der kulturellen Sinngebung und ihrer Transformationen im historischen Prozess. Untersuchungen zur deutschen Wissenschafts- und Literatursprache korrespondieren mit anhaltenden Reflexionen auf ihre Funktion mit Blick auf die gegenwärtige globale Lage. Aufgrund seiner internationalen Ausrichtung, zahlreichen internationalen Kontakten und Kooperationen publizieren die Wissenschaftler*innen des ZfL ihre Forschungsergebnisse nicht nur in deutscher, sondern vielfach auch in englischer Sprache. Daraus ergibt sich für die Arbeit des ZfL eine funktionale Zweisprachigkeit Deutsch/Englisch.

Das ZfL verfügt über eine literatur- und kulturwissenschaftlich informierte regionale Expertise für das Verständnis von soziopolitischen, medialen und globalen Umbruchprozessen mit Blick auf die imperialen und kulturellen Erbschaften insbesondere im östlichen Europa. Diese Expertise soll in Zukunft verstärkt auch in Hinsicht auf andere Weltregionen und im Verhältnis zum ehemaligen und gegenwärtigen kulturellen Selbstverständnis des ›Westens‹ weiter ausgebaut und auf symbolischer, kultureller und diskursiver Ebene untersucht werden.

Von der Begriffsgeschichte bis zu wissenschaftlichen Editionen betreibt das ZfL literatur- und kulturwissenschaftliche Grundlagenforschung in unterschiedlichen Bereichen. In Zukunft sollen die medialen Umbrüche der Gegenwart verstärkt ins Visier genommen werden, da diese auch eine neue Reflexion und Erprobung gängiger Methoden und Textzugänge erforderlich machen.