Podiumsdiskussion
18.03.2026 · 20.00 Uhr

Parole Text:Buch | Butler Trouble

Ort: Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Roter Salon, Linienstraße 227, 10178 Berlin
Organisiert von Eva Geulen (ZfL), Carlos Spoerhase (LMU München)

Vorstellung von Butler Trouble (Zeitschrift für Ideengeschichte Heft XX/1, Frühjahr 2026, hg. von Eva Geulen und Carlos Spoerhase)

mit: Petra Gehring, Eva von Redecker, Thomas Meinecke und Diedrich Diederichsen

Als Judith Butler im März 2024 in Paris die Hamas-Attacken als »bewaffneten Widerstand« charakterisierte, stand die globale Presse Kopf. Die Kritik reichte von »verstörender Kälte« bis zu »intellektueller Kapitulation«. Doch diese Kontroverse ist nur die jüngste in einer langen Reihe: Seit Gender Trouble 1990 ist Butler »bewundert viel und viel gescholten«. An ihr lässt sich erkennen, was globale Intellektualität heute bedeutet – zwischen akademischer Komplexität hochspezialisierter Debatten und ikonischem Status mit weltweiter YouTube-Zirkulation. Sie ist internationale Ikone und Star in manchen Kreisen, dämonisierte Figur in anderen. Beides sind Phänomene, die weder von ihrer Person noch von ihren oft schwierigen Texten gedeckt werden. Butlers akademische Arbeit ist keiner Disziplin zuzuordnen: von Philosophie über Rhetorik bis zur Institutionalisierung der Gender Studies. Ihr vielgestaltiges Werk umfasst Performativitätstheorie, Analysen von Affekten wie Trauer und Zorn, Kafka-Lektüren und ideenhistorisch verankerte Einlassungen zur Nahostfrage. Die Podiumsdiskussion nimmt Butler als theorie- und ideengeschichtliches Phänomen ernst: nicht um Kontroversen zu glätten, sondern um sie neu zu perspektivieren mit Blick auf die Herausforderungen und umstrittenen Ausprägungen globaler Intellektualität in der Gegenwart.

Publikationen

Zeitschrift für Ideengeschichte
Heft XX/1, Frühjahr 2026

Butler Trouble, hg. von Eva Geulen und Carlos Spoerhase
C.H. Beck, München 2026, 128 Seiten
ISBN 978-3-406-84366-2