Venedig. Musikgeschichten
Programm
Venedig ist nicht nur eine Stadt, sondern mindestens ebenso sehr auch ein Topos: Topos der Schönheit und Dekadenz, des prachtvoll-morbiden Verfalls und – von John Ruskin über Thomas Mann bis zu Donna Leon – des Todes. Aber hält ein Befund, der von ästhetisch hypersensiblen Grandhotelexistenzen und Kriminalkommissaren ausgeht, dem tatsächlichen Leben in der Stadt stand? Was findet jemand vor, der sich vor Ort auf Spurensuche begibt und hinter die Fassaden der Serenissima blickt, um ein literarisches Spielfeld zu erkunden oder aber um das Musikleben dieser Stadt zu erforschen?
Über persönliche Erfahrungen zwischen venezianischer Lebensfreude und Dekadenz, über die Tradition des venezianischen Gondellieds als Vademecum gegen Wagnerianische Totenkulte, karnevaleske Exzesse der Serenissima und ihre Folgen für das Musiktheater, über ungeschriebene Bücher und Commissario Brunettis Frühstücksterrasse sprechen die Musikwissenschaftlerin Sabine Meine, Direktorin des Deutschen Studienzentrums Venedig, derzeit Fellow im ZfL, und der Berliner Schriftsteller Thorsten Palzhoff.
Einführung: Aldo Venturelli (IIC)
Moderation: Stefan Willer (ZfL)
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht notwendig.
Sabine Meine
ist Direktorin des Deutschen Studienzentrums Venedig. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehört Musikgeschichte der Moderne und der Renaissance, insbesondere die italienische und französische Musikkultur.
Veröffentlichungen: Die Frottola: Musik als Diskurs an italienischen Höfen 1500–1530 (in Vorb.); Musik und Popularität. Beiträge zu einer Kulturgeschichte in Geschichte und Gegenwart (Mithg., Münster 2011); Gattungsgeschichte als Kulturgeschichte. FS Arnfried Edler (Mithg., Hildesheim 2008).
Thorsten Palzhoff
arbeitete von 2004–2007 im ZfL-Projekt Briefe von und an Jacob Taubes. Er war u.a. als Lokalreporter, Musik- und Sprachlehrer tätig und lebt seit 2008 als freier Schriftsteller in Berlin. 2011 erhielt er ein Künstlerstipendium des deutschen Studienzentrums Venedig zur Arbeit an einem neuen Roman.
Veröffentlichungen: Tasmon (Göttingen 2006), Jacob Taubes – Carl Schmitt: Briefwechsel mit Materialien (Mithg. Paderborn 2012).