Felix Axster (Zentrum für Antisemitismusforschung/Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt): »Kolonialer Frühfaschismus«. Zur longue durée des Historiker*innen-Streits 2.0
Der Begriff ›kolonialer Frühfaschismus‹ stammt aus den frühen 1980er Jahren. Er nimmt gewissermaßen das vorweg, was gegenwärtig unter dem Stichwort ›Historiker*innen-Streit 2.0‹ heiß diskutiert wird. Der Vortrag wird die Genese der Denkfigur des kolonialen Frühfaschismus nachvollziehen, die eine selbstverständliche Gleichzeitigkeit und Gleichwertigkeit von Antikolonialismus und Antifaschismus suggeriert. Hintergrund ist nicht zuletzt die aktuelle Konjunktur der Faschisierung, die mit einer Konjunktur des Kolonialrevisionismus einhergeht.
Felix Axster ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin und am Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Antisemitismus- und Rassismusforschung, insbesondere in deren historischen Verflechtungen und gegenwärtigen Erscheinungsformen.
Publikationen (Auswahl):
- Documenta fifteen. Kunstfreiheit, Postkolonialismus, Antisemitismus. Dossier auf Zeitgeschichte-online, 10.4.2025 (mit Christoph Gollasch)
- Postkolonialismus und Antisemitismus – Eine Debatte in Schieflage, in: Francesca Vidal (Hg.): Herausforderung Antisemitismus. Berlin/Boston: De Gruyter 2025, 4–23
- Hg.: Lernen aus der Geschichte 6 (2023), Themenheft: Kolonisierung des »Ostens«? Friktionen im deutsch-deutschen Transformationsprozess (mit Mathias Berek und Katharina Trittel)
- Hg.: The Black Diaspora and Germany/Deutschland und die Schwarze Diaspora. Münster: Edition Assemblage 2018
- »Deutsche Arbeit«. Kritische Perspektiven auf ein ideologisches Selbstbild. Göttingen: Wallstein 2018 (mit Nikolas Lelle)
- Koloniales Spektakel in 9x14. Bildpostkarten im Deutschen Kaiserreich. Bielefeld: transcript 2014