Jenseits des soziogenetischen Prinzips – Sylvia Wynter, Frantz Fanon und Entwicklungskritik
Gespräch in der Reihe »Philosophische Gespräche« im Helle Panke e.V. mit Liola Mattheis, Moderation: Falko Schmieder
Was erklärt Entfremdung unter Bedingungen des Kolonialkapitalismus, nature or nurture? Gegen dieses scheinbare Dilemma tritt Frantz Fanons Schwarze Haut, weiße Masken an: »Neben der Phylogenese und der Ontogenese gibt es die Soziogenese«. Der Vortrag nähert sich dem notorisch schwierigen Begriff der Soziogenese durch die Auseinandersetzung mit Sylvia Wynters einflussreicher Fanonlektüre. Wynters Formulierung eines »soziogenetischen Prinzips« verknüpft das philosophische Problem des Bewusstseins mit der dringenden Historisierung von kolonialer Dehumanisierung. Aber sie lässt auch einige von Fanons Akzenten auf der Strecke. Daher wird der Vortrag dem materialistischen und psychoanalytischen Gehalt von Fanons Soziogenesebegriff nachgehen – wodurch sich dann auch die Frage nach einem kritischen Bezug auf die Zusammenhänge zwischen Ebenen von Entwicklung schärft.
Kosten: 2 Euro
Die Kulturwissenschaftlerin Liola Mattheis ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt Aitiologien in den Wirklichkeitserzählungen der Naturwissenschaften: Zur epistemischen Funktion von Ursprungs(re)konstruktionen.
Der Kulturwissenschaftler Falko Schmieder leitet das Projekt Das 20. Jahrhundert in Grundbegriffen. Lexikon zur historischen Semantik in Deutschland am ZfL.