Abstrakte Darstellung einer Schallwelle aus unterschiedlich hohen, vertikalen Balken in Goldtönen auf schwarzem Hintergrund.
25.09.2026

Start des Projekts »Stolpersteine der Erinnerung – Musik und Literatur gegen das Vergessen«

Seit August 2026 ist das ZfL Teil des Verbundprojekts Stolpersteine der Erinnerung – Musik und Literatur gegen das Vergessen.

Mit dem allmählichen Verschwinden der Generation der Zeitzeug:innen und Überlebenden nimmt in unserer Gesellschaft das Wissen um den Zivilisationsbruch des Holocaust und die Geschichte des Nationalsozialismus ab. Gleichzeitig nehmen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung zu.

Hier setzt das Projekt »Stolpersteine der Erinnerung – Musik und Literatur gegen das Vergessen« an: Schüler:innen rekonstruieren, unterstützt von Expert:innen und wo möglich im Kontakt mit Zeitzeug:innen und deren Nachfahr:innen, die Lebensgeschichten von Musik- oder Literaturschaffenden, die zur NS-Zeit verfolgt wurden. Die Schüler:innen setzen sich mit deren Werken auseinander und gewinnen so ein tieferes Verständnis für das künstlerische Schaffen der Verfolgten sowie die spezifischen Formen von Diskriminierung und Verfolgung, denen sie ausgesetzt waren. Unter Anleitung von Journalist:innen erstellen die Schüler:innen schließlich biografisch orientierte Podcasts, die im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausgestrahlt werden.

Das Projekt ist eine Erweiterung des Projekts »Musikalische Stolpersteine«, das im September 2024 vom Landesmusikrat Berlin in Kooperation mit musica reanimata e.V., berlinHistory App und rbb radio3 initiiert wurde und von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt gefördert wird. Schirmherr des Projekts ist der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner. Alle bisher erschienenen Podcast-Folgen sind in der ARD-Audiothek öffentlich zugänglich. Das Projekt wurde mit dem Jugendmedienpreis »Das Rote Tuch« ausgezeichnet und weit über Berlin hinaus beachtet.

Zum Beginn des Schuljahres 2026 werden die »Musikalischen Stolpersteine« über Berlin hinaus ausgedehnt und gemeinsam mit dem Landesmusikrat Brandenburg e.V., dem Sächsischen Musikrat e.V., dem Landesmusikrat Schleswig-Holstein e.V. und der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern fortgeführt. In Berlin begleitet das ZfL als zusätzlicher Kooperationspartner das Projekt bei der Ausweitung des thematischen Fokus auf die Literatur.

Das Projekt »Stolpersteine der Erinnerung — Musik und Literatur gegen das Vergessen« wird aus Mitteln des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) gefördert und im Rahmen des Förderprogramms »Bildungsagenda NS-Unrecht« von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) umgesetzt.

 

»Antisemitismus sieht Menschen nie als Einzelne, sondern immer nur als Teil eines pauschal verurteilten Kollektivs. Die ›Musikalischen Stolpersteine‹ wirken genau dem entgegen: Junge Menschen erleben, wie NS-verfolgte Musikerinnen, Musiker und nun auch Autorinnen und Autoren aus der Anonymität zurückgeholt und als Menschen wieder sichtbar gemacht werden. Es ist gut, dass diese Idee jetzt auch in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein aufgenommen wird.«
Thomas Krüger, Präsident des Landesmusikrats Berlin
 
»Es erfüllt mich mit Stolz, dass ein Berliner Projekt zu dieser wichtigen Thematik nun länderübergreifend Beachtung findet. Ich freue mich darüber, dass wir auf diese Weise einen Beitrag zur Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus leisten können.«
Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin
 
»Mit der Erweiterung der erfolgreichen ›Musikalischen Stolpersteine‹ auf die Beschäftigung mit Literatur und die Vergrößerung des geographischen Radius um Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein wächst die Reichweite des Projekts. Wir am ZfL freuen uns darauf, ihm mit der Literatur und den Lebensgeschichten verfolgter Autorinnen und Autoren eine zusätzliche erinnerungskulturelle Dimension zu verleihen. Durch die Vergegenwärtigung von Literatur und Musik der Opfer des Nationalsozialismus macht das Projekt ihre Stimmen auch für junge Menschen wieder hörbar.«
Eva Geulen, Direktorin des ZfL
 
»Wir haben das Berliner Projekt von Beginn an mit wachen Augen verfolgt und sind tief beeindruckt von seiner Wirkung. Die Übertragung in unser Land aktiviert auch hier ein breites Netzwerk. Gemeinsam stellen wir die Musik ins Zentrum und eröffnen damit einen weiteren Zugang, die Erinnerung lebendig zu halten.«
Alexandra Ehlers, Präsidentin des Landesmusikrats Schleswig-Holstein