12.03.2026

Zweite Folge der Reihe »Literarische Heimat Charlottenburg-Wilmersdorf«

Zahlreiche Autoren und Autorinnen, die das kulturelle Leben ihrer Zeit mitgeprägt haben, sind in den Berliner Stadtteilen Wilmersdorf und Charlottenburg geboren oder haben dort Jahre ihres Lebens verbracht. In Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (ZfL) und dem Studiengang Schauspiel der Universität der Künste Berlin (UdK) stellt die Stadtbibliothek Charlottenburg-Wilmersdorf einige von ihnen vor.

In der zweiten Folge unserer Reihe »Literarische Heimat Charlottenburg-Wilmersdorf« widmen wir uns zwei ausländischen Autoren, für die Berlin eine wichtige Durchgangsstation war, und einer Autorin, die bis zur Deportation durch die Nationalsozialisten ihr ganzes Leben lang in Berlin zu Hause war:

  • Fünfzehn Jahre lebte der exil-russische Schriftsteller Vladimir Nabokov (1899–1977) in Berlin, u.a. in der Nestorstraße in Halensee, bevor der vor der Oktoberrevolution Geflohene erneut zur Flucht gezwungen wurde.
  • Der Schweizer Robert Walser (1878–1956), dessen Werk durch eine ironische, existenziell genaue Beobachtung geprägt ist, wohnte zu Beginn des 20. Jahrhunderts in gleich mehreren Berliner Pensionen.
  • Die gebürtige Berlinerin Gertrud Kolmar (1894–1943), eine der bedeutendsten deutsch-jüdischen Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts, wuchs in Charlottenburg auf und lebte lange Zeit in Wilmersdorf, bis sie 1943 nach Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet wurde.

An drei Abenden stellen wir Leben und Werk der Autor:innen vor; Auszüge aus ihren Werken werden gelesen von Schauspielstudierenden der UdK.

 

Programm

Ort: Heinrich-Schulz-Bibliothek, Otto-Suhr-Allee 98, 10585 Berlin

Donnerstag, 7.5.2026, 18.00
Fanny Wehner (ZfL): Vladimir Nabokov – Berlin wider Willen: fünf Adressen und ein Stadtführer
Es lesen Daniel Petrenko und Moritz Tostmann (UdK).

Montag, 1.6.2026, 18.00
Patrick Eiden-Offe (ZfL): Robert Walser –- Von Biel nach Berlin und zurück: Prosastückli aus dem Weltstadtgetümmel
Es lesen Kamil Saad Amad und Mia Dräger (UdK).

Donnerstag, 2.7.2026, 18.00
Shira Miron (Universität Basel): Gertrud Kolmar – Dichten gegen den Alltag
Es lesen Feryal Djavadi und Dilan Graf (UdK).

 

Abb. oben: D.M. Nagu aus der Serie Songs for a Future Generation (2020) (Ausschnitt)