Lebendige Dinge, menschliche Wesen: Verflechtungen des Organismus

In den letzten Jahrzehnten haben sich wichtige Wissenschaftszweige dem Studium der um 1800 entstehenden Disziplin Biologie gewidmet. Das Projekt befasst sich mit den ontologischen, erkenntnistheoretischen und sozialpolitischen Dimensionen jenes Objekts, das dieses Feld für sich selbst konstruiert hat: dem Organismus. Am Beispiel des Organismus lässt sich ein Objektbegriff entwickeln, mit dem das Verhältnis von Dynamik und Prozessualität in den Blick genommen wird. Allerdings bringt dieser Begriff auch Komplikationen des Subjektbegriffs mit sich. Mit sexueller Reproduktion, Schwangerschaft, Abhängigkeiten zwischen den Spezies sowie Beziehungen von Organischem zu Anorganischem nimmt das Buch Living Things, Human Beings Diskurse um Lebensprozesse in den Blick, die die vermeintlich klaren Begrenzungen des Individuums als kontingent und anfechtbar erscheinen lassen. Damit rücken die institutionellen und ethisch-normativen Absicherungen in den Fokus, derer die spannungsreichen Interaktionen, in die der Mensch als Organismus verwickelt ist, bedürfen.

Das Projekt wird im Rahmen eines Forschungssemesters an der Duke University 2021/2022 am ZfL bearbeitet. Ein weiteres Buchprojekt mit dem Titel Reflections from Germany on National Identity and Difficult Pasts untersucht die deutsche Auseinandersetzung mit der Verantwortung für den Holocaust und reflektiert deren Relevanz für die USA mit ihrer schwierigen Geschichte und vielfältigen Gegenwart.

 

Abb. oben: Christian Konrad Sprengel: Das endeckte Geheimniss der Natur im Bau und in der Befruchtung der Blumen. Gedruckt bei Friedrich Vieweg dem Ältern. Berlin 1793, [265], Taf. XIV.

2021–2022

Publikationen

Stefani Engelstein

bereits erschienene Aufsätze zum Organismus bei Kant, Fichte, Kleist und Schelling:

 

Veranstaltungen

Gespräch
28.10.2021 · 16.00 Uhr

Antigone’s Afterlife in Feminist Theory: Bonnie Honig im Gespräch mit Stefani Engelstein

online via Zoom

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