Übergängliche Natur
Kant, Herder, Goethe und die Gegenwart des Klimas

August Akademie
August Verlag, Berlin 2021, 256 Seiten
ISBN: 978-3-941360-80-8
DOI: 10.52438/avaa1001 (Open Access)

Während alle vom Klima sprechen, scheint mit dem Anbruch des Anthropozäns die Zeit der Natur passé. Doch ohne den Begriff der Natur wäre ein Großteil der modernen Philosophie nicht zu denken. Hanna Hamel vermittelt in ihrer Studie zwischen historischen Positionen des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts und ökologischen Theorien der Gegenwart. In ihrer Lektüre ausgewählter Texte von Kant, Herder und Goethe entwickelt sie Grundzüge einer historisch-theoretischen Selbstbeschreibung im Verhältnis zu Natur, deren kritisches Potential über die derzeit gängige Geste der bloßen Abgrenzung von ›modernen‹ Naturkonzepten hinausführt. In der Konfrontation mit aktuellen Reflexionen von Bruno Latour, Timothy Morton und David Lynch wird ein Anliegen erkennbar, das alle Positionen verbindet. Mit einem Begriff Goethes lässt es sich als Darstellung und Theoretisierung »übergänglicher« Natur bezeichnen. Die historischen Texte werden so zu einer kritischen Ressource für die Gegenwart.