Zeitschrift für Ideengeschichte
Heft XX/2, Sommer 2026
Im Februar 2006 ist die Zeitschrift für Ideengeschichte mit dem Heft »Alte Hüte« gestartet. In einer Zeit, in der vor allem neue Ideen gefragt sind, war das programmatisch gemeint. Wer die lange Geschichte der Ideen kennt, geht Neuigkeiten nicht so leicht auf den Leim. Nur wer die alten Hüte kennt, kann auch die neuen erkennen. Und manche alte Idee kann uns, aus neuer Perspektive betrachtet, heute überraschen. 20 Jahre später sind wir um zahlreiche Kriegs- und Krisenerfahrungen reicher. Ideen werden in einem neuen Freund-Feind-Denken wieder als Flaggen gehisst. Aus alten Sachen sind politische Einsätze geworden. Angesichts dieser Ausweitung der Kampfzone wächst der Ideengeschichte unverhoffte Aktualität zu. Das Konzept hat sich bewährt. Aus den drei Herausgebern mit den von ihnen geleiteten Archiven und Institutionen sind sieben geworden, die Leserschaft ist kontinuierlich gewachsen.
Inhaltsverzeichnis
- Zum Thema
Barbara Stollberg-Rilinger, Martin Mulsow und Stephan Schlak
Türhüter
- »Eigentlich kann jeder rein«
Constantin de Beauclair - Wie Petrus einmal dem Papst den Zugang zum Himmel verwehrte
Günther Wassilowsky - Schlüsselgewalt
Daniel Jütte - Feindselige Fragen, verschwundene Türen
Christopher S. Wood - Elisabeth Förster-Nietzsches harte Tür
Helmut Heit - Gatekeeper Demokratie
Jan Werner Müller - Bitte zu Schalter 2
Pascale Cancik - Frau Baumann
Ralph Bollmann - Willkommen in der Festung Europa
Stefen Mau
Essay
- Caterby oder Das Paradox des Türhüters
Leonhard Horowski
Archiv
- Schwellen der Entmutigung. Rechtshistorische Anmerkungen zu Kafkas Türhüter-Parabel
Tobias Schenk
Denkbild
- Überraschungsbesuch im Hades
Luca Giuliani
Konzept & Kritik
- DAS KOMMT UNS NICHT INS HEFT!
Hanna Engelmeier, Jürgen Kaube, Onur Erdur, Hedwig Richter, Peter Sloterdijk, Julia Voss, Eva Horn, Arjun Srivathsa, Florian Meinel, Sandra Richter, Ulrich Nolte, Barbara Thériault, Valentin Groebner, Hans Ulrich Gumbrecht, Racha Kirakosian
Die Zeitschrift für Ideengeschichte wird herausgegeben von Marion Ackermann (Stiftung Preußischer Kulturbesitz), Peter Burschel (Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel), Eva Geulen (Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung), Ulrike Lorenz (Klassik Stiftung Weimar), Sandra Richter (Deutsches Literaturarchiv Marbach), Barbara Stollberg-Rilinger (Wissenschaftskolleg zu Berlin), Gerhard Wolf (Kunsthistorisches Institut in Florenz – Max-Planck-Institut). Geschäftsführender Redakteur ist Stephan Schlak.