Georg Lukács: eine intellektuelle Biographie

»Georg Lukács ist«, so wurde 2014 im Editorial des Schwerpunktheftes der Zeitschrift für Ideengeschichte zum »Kommissar Lukács« festgestellt, »zu einer historischen Gestalt geworden. Erstaunlich, dass es noch immer keine ausführlichere Biographie über ihn gibt, obwohl sein Lebenslauf geradezu romanhafte Züge trägt«. Im Rahmen der Förderung durch das Heisenberg-Programm der DFG werde ich das Desiderat füllen und die fehlende Biographie des ungarischen Literaturtheoretikers, Philosophen und politischen Intellektuellen Georg Lukács (1885–1971) schreiben. Ich werde über Lukács’ Leben keinen Roman schreiben, aber ich werde beim Schreiben der Biographie das Romanhafte dieses außergewöhnlichen Lebens nie aus dem Auge zu verlieren versuchen. Denn immerhin war eine der zentralen Fragen, die Lukács’ Nachdenken über Literatur zeit seines Lebens bewegt hat, die nach dem Zusammenhang von Romanform und Lebensform, oder allgemeiner: die Frage danach, wie das Leben, wie unser Leben unter modernen, kapitalistischen – und gegebenenfalls: unter postkapitalistischen, sozialistischen – Bedingungen eine Form erlangen kann, die gelebt und bejaht werden kann.

Heisenberg-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) 2020–2025