Kommentierte Edition des Briefwechsels zwischen Ernst und Friedrich Georg Jünger (1908–1977)

Die Verbindung zwischen Ernst Jünger (1895–1998) und seinem Bruder Friedrich Georg Jünger (1898–1977) nimmt in der Literaturgeschichte eine besondere Stellung ein. Beide waren Schriftsteller, lebten zeitweise mit ihren Familien in einem gemeinsamen Haus, waren zusammen auf Reisen, hatten gemeinsame Bekannte und pflegten über ihre Schriften einen intensiven Austausch. Ausdruck dieser engen Beziehung ist ein umfangreicher, bisher noch nicht publizierter Briefwechsel, der von 1908 bis 1977 reicht. Die Korrespondenz ist nicht nur ein Spiegel der familiären Beziehungen, sondern auch der deutschen Literatur- und Kulturgeschichte im 20. Jahrhundert, sodass mit der Publikation eine Editions- und Forschungslücke geschlossen werden kann.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs begannen die Brüder damit, maschinenschriftliche Abschriften ihrer Briefe für eine geplante Veröffentlichung anzufertigen; doch kam es aus unbekannten Gründen nicht dazu. Während der Vorarbeiten sind viele handschriftliche Vorlagen der Briefe verloren gegangen. Die noch vorhandenen Schreiben sind in den Nachlässen beider Autoren im Deutschen Literaturarchiv in Marbach überliefert. Es handelt sich, soweit bisher ermittelt, um ca. 1300 Briefe, die in einer kommentierten Auswahl im Verlag Klett-Cotta publiziert werden sollen. Die Edition schließt an die Veröffentlichung des Briefwechsels zwischen Gretha und Ernst Jünger an, die ebenfalls am ZfL erarbeitet wurde. Die Veröffentlichung ist für 2025/26 vorgesehen.

 

Abb. oben: Aufnahme der Postkarte »Ernst und Friedrich Georg Jünger (1935)« von A.-Paul Weber, © Dirk Naguschewski

gefördert von den Oberschwäbischen Elektrizitätswerken (OEW) und dem Sparkassenverband Baden-Württemberg 2023–2025
Bearbeitung: Katja Schicht

 

siehe auch

Publikationen

Detlev Schöttker

  • Post aus Neuseeland, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10.6.2023, Z 4