Herbert Kopp-Oberstebrink, Thorsten Palzhoff, Martin Treml (Hg.)

Jacob Taubes ~ Carl Schmitt
Briefwechsel mit Materialien

Wilhelm Fink Verlag, München 2011, 327 Seiten
ISBN: 978-3-7705-4706-7

Nach langen Jahren gegenseitiger Kenntnisnahme und Anerkennung gaben Jacob Taubes und Carl Schmitt die Distanz zueinander schließlich auf und wechselten zwischen 1977 und 1980 insgesamt 36 Briefe. In ihnen dokumentiert sich ein Gespräch zwischen zwei ebenso bedeutenden wie skandalisierenden Intellektuellen. Aus verschiedenen Nachlässen zusammengetragen, werden sie hier zum ersten Mal gesammelt und kommentiert vorgelegt.
Zwischen dem aus einer Rabbinerfamilie stammenden Religionsphilosophen, Gründungsprofessor des ersten Lehrstuhls für Jüdische Studien in Deutschland überhaupt, und dem Staats- und Völkerrechtler, Parteigänger der Nazis von 1933 bis 1936, der nach 1945 keine öffentlichen Ämter mehr innehatte, gleichwohl aber höchst einflussreich blieb, entwickelt sich ein Dialog über aktuelle Fragen des Staats und der Politischen Theologie. Der Hl. Paulus als erster nicht liberaler Jude, Thomas Hobbes als Denker des Weltbürgerkriegs avant la lettre, Erik Peterson und Leo Strauss als Gesprächspartner Schmitts, Walter Benjamin als gemeinsame Bezugsfigur – ihr Echo hallt in einer Korrespondenz wider, in der das Denken der Gewissheit von (er)lösender Offenbarung und katholischer Form unterworfen, vom apokalyptischen Affekt und vom Wirken des Katechonten bestimmt, schließlich im kalten Raum absoluter Entscheidungen verortet ist.

siehe auch die italienische Übersetzung Bandes

Veranstaltung

Buchpräsentation
25.01.2012 · 19.30 Uhr

Taubes und Taubes

Humboldt Carré, Historische Kassenhalle, Behrenstraße 42, 10117 Berlin

weiterlesen

Medienecho

01.06.2013
Jacob Taubes ~ Carl Schmitt. Briefwechsel mit Materialien

Rezension von Yitzhak Ahren, in: Freiburger Rundbrief. Zeitschrift für christlich-jüdische Begegnung 3 (2013), 227–229

30.12.2012
Jacob Taubes ~ Carl Schmitt
29.04.2012
Bloß nicht liberal werden

Der Briefwechsel zwischen dem Religionsphilosophen Jacob Taubes und dem Staatsrechtler Carl Schmitt ist das Dokument einer unmöglicher Beziehung. Artikel von Cord Riechelmann, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 29.04.2012

07.02.2012
Eine schmale Korrespondenz

Diese zwei Figuren passen auf den ersten Blick nicht zusammen: der Religionsphilosoph Jacob Taubes und der Staatsrechtler Carl Schmitt. Dennoch hat die beiden etwas verbunden, davon zeugt ein Briefwechsel zwischen diesen beiden Gegenpolen, der lange erwartet wurde und nun vorliegt. Radiorezension von Stephan Schlak, in: Deutschlandradio Kultur, Sendung Radiofeuilleton: Kritik vom 07.02.2012, 14:33

30.01.2012
Geheimnisvolle Kassiber

Was wollte der »Erzjude« Jacob Taubes vom rasenden Antisemiten Carl Schmitt? – Der Briefwechsel erlaubt eine Antwort. Sie fällt ernüchternd aus. Rezension von Hans-Martin Lohmann, in: Süddeutsche Zeitung vom 30.01.2012