Warlam Schalamow: Durch den Schnee. Erzählungen aus Kolyma 1

Werkausgabe Bd. 1
Verlag Matthes & Seitz, Berlin 2007, 342 Seiten

Aus dem Russischen von Gabriele Leupold. Herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Franziska Thun-Hohenstein.

Schalamows Erzählungen gehören zu den herausragendsten Leistungen der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Der Autor geht darin einer Schlüsselfrage unserer Gegenwart nach: Wie können Menschen, die über Jahrhunderte in der Tradition des Humanismus erzogen wurden, Auschwitz, Kolyma hervorbringen? Schalamow zieht die Leser der Erzählungen aus Kolyma, deren erster Zyklus in diesem Buch versammelt ist, in die Gegenwart des Lageralltags hinein, ohne Hoffnung auf einen Ausweg:
»Viele Kameraden sind gestorben. Aber etwas, das stärker ist als der Tod, ließ ihn nicht sterben. Liebe? Erbitterung? Nein. Der Mensch lebt aus denselben Gründen, aus denen ein Baum, ein Stein, ein Hund lebt.«

Medienecho

23.11.2009
Was vom Menschen übrig bleibt [PDF]

Auch Warlam Schalamows Erzählungen beweisen nicht das Ende des Humanums. Rezension von Fabian Kettner, in literaturkritik.de vom 23.11.2009