Batumi, Odessa, Trabzon. Kulturelle Semantik des Schwarzen Meeres aus der Perspektive östlicher Hafenstädte

Mit der russischen Annexion der Krim im Frühjahr 2014 ist das Schwarze Meer 150 Jahre nach dem Krimkrieg ins Zentrum der Weltpolitik zurückgekehrt. Der Schwarzmeerraum wurde erneut zum Schauplatz von Verschiebungen der europäischen Grundordnung. Darin zeigen sich seine geopolitische Bedeutung sowie die starken symbolischen und affektiven Besetzungen des Schwarzen Meeres. Das Erkenntnisinteresse des Projektes richtet sich auf die kulturelle Tiefendimension dieser aktuellen Spannungen, in denen vergangene ungelöste Konflikte des 19. Jahrhunderts als imperiale Erbschaften reaktiviert werden.
Der spezifische Ansatz des Projektes besteht darin, unterschiedliche Imaginationen (symbolische und affektive Aufladungen) des Schwarzen Meeres aus der Perspektive der drei Schwarzmeerhäfen Batumi, Odessa und Trabzon zu untersuchen, die bereits für die Orientalische Frage des 19. Jahrhunderts eine maßgebliche Rolle spielten und zudem Objekte militärischer und kultureller Auseinandersetzungen waren. Grundannahme ist, dass sich in den ausgewählten Hafenstädten die Migrationen und Überlagerungen wie der Austausch der verschiedenen Kulturen der Anrainervölker verdichten und untersuchen lassen. Es sind Orte, an denen das Selbstverständnis von Imperien (vor allem des Osmanischen und des Russischen Imperiums), Nationen und Minderheiten einer extrem plurikulturellen Region Europas konfliktreich aufeinander stoßen. Diese Orte sollen mit philologisch-kulturwissenschaftlichem Instrumentarium als exemplarische Schauplätze der Verhandlung religiöser, kultureller, politischer und räumlicher Praktiken und Ordnungen an der Schwelle zwischen Land und Meer, d. h., als bevorzugte ›Kontaktzonen‹ und ›Ausnahmeorte‹ untersucht werden.

Das Projekt knüpft an die Forschungen des 2012–2015 durch die VolkswagenStiftung geförderten Projektes Kulturelle Semantik Georgiens zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer an.

In Kooperation mit der Staatlichen Ilia Universität Tbilissi

Abb. oben: Black Sea map, Quelle: Wikipedia

Publikationen

Manfred Sapper, Volker Weichsel, Zaal Andronikashvili (Hg.)

Traumland Georgien
Deutungen zu Kultur und Politik

Osteuropa 7/2018
Berlin 2018, 144 Seiten
ISBN: 978-3-8305-3890-5

Zaal Andronikashvili: Georgische Literatur heute. Zwischen ›kleiner Literatur‹ und ›Weltliteratur‹, in: ZfL Blog. Blog des Leibniz-Zentrums für Literatur- und Kulturforschung, Berlin vom 14.06.2018

Veranstaltungen

Vortrag
23.11.2018 · 09.00 Uhr

Zaal Andronikashvili: Non-Simultaneity in European Development

Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart

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Vortrag
19.11.2018 · 18.00 Uhr

Zaal Andronikashvili: Nationbuilding und kulturelle Hegemonialkämpfe im Kaukasus. Georgiens kulturelle Semantik

Eberhard Karls Universität Tübingen, Wilhelmstraße 36, 72074 Tübingen

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Abschlusstagung
25.10.2018 – 27.10.2018

The Black Sea as a Literary and Cultural Area

Staatliche Ilia-Universität, Kakutsa Cholokashvili Ave 3/5, Tbilisi 0162 (GEO)

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Bücherpräsentation und Gespräch
12.10.2018 · 12.00 Uhr

Literarische Brücken. Georgisch-deutsche akademische Zusammenarbeit

Frankfurter Buchmesse, Halle 5.0 / Stand 5.0/B100

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Lesungen und Gespräche
10.10.2018 – 14.10.2018

Veranstaltungen mit Zaal Andronikashvili auf der Frankfurter Buchmesse

Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt a.M., verschiedene Orte

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Vortrag
14.09.2018 · 19.30 Uhr

Zaal Andronikashvili: »Das Land, das die Literatur sehr liebte«. Ein Streifzug durch die georgische Gegenwartsliteratur

Kur-Apotheke Wolter, Poststr. 15, 57319 Bad Berleburg

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Lesung und Gespräch u.a. mit Zaal Andronikashvili
30.08.2018 · 20.00 Uhr

Der Held im Pardelfell. Eine georgische Sage

Buchhandlung ocelot, Brunnenstr. 181, 10119 Berlin

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Vortrag
09.07.2018 · 16.00 Uhr

Zaal Andronikashvili: Georgische Literatur zwischen keiner Literatur und Weltliteratur

Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Logenstr. 11, Logenhaus 001

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Vortrag
20.06.2018 · 18.00 Uhr

Zaal Andronikashvili: Das Richtige Leben im Falschen. Die Freiheit der Kunst und Wissenschaft in Sowjetgeorgien

Goethe-Universität Frankfurt, Senckenberganlage 31, 60325 Frankfurt a.M., Campus Bockenheim, Juridicum, Raum 1001 (10. OG)

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Lesung und Diskussion
25.05.2018 · 19.30 Uhr

Neue Lyrik aus Georgien (moderiert von Zaal Andronikashvili)

Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin

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Konferenz in Batumi, Georgien
05.09.2017 – 06.09.2017 · 10.00 Uhr

Port Cities as Contact Zones and Cities of Exception (with a special focus on the Black Sea after 1774)

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Mittwochsvortrag
20.04.2016 · 19.00 Uhr

Hannah Baader (Florenz): Laden, tauschen, übersetzen. Praktiken und Ästhetiken an den Schwellen zwischen Land und Meer

ZfL, Schützenstr. 18, 10117 Berlin, 3. Et., Trajekte-Tagungsraum

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Medienecho

05.09.2017
Wissenschaftliche Konferenz in Batumi

Fernsehbeitrag in: TV25 vom 05.09.2017(1:20 min) [in Georgisch]