Gertrud Bings wissenschaftliche Schriften
Die Philosophin und Kunsthistorikerin Gertrud Bing (1892–1964) ist in vielerlei Hinsicht eine Pionierin: Sie war die erste Doktorandin des Philosophen Ernst Cassirer an der Universität Hamburg und Assistentin des Kunst- und Kulturhistorikers Aby Warburg an dessen Kulturwissenschaftlicher Bibliothek (KBW). Sie übernahm Warburgs neue Sichtweise auf antike Bilder – zusammengefasst unter dem Begriff »Nachleben der Antike« – und entwickelte sie gemeinsam mit Kollegen wie dem Kunsthistoriker Fritz Saxl weiter. Auch war Bing die erste und bisher einzige Frau, die als Direktorin dem Warburg Institute (WI) in London vorstand.
Zwar war Gertrud Bing vor allem als Wissenschaftsorganisatorin tätig, doch es gibt von ihr auch wissenschaftliche Arbeiten, die allesamt in einem mehr als 40 Jahre währenden dialogischen Zusammenhang stehen: mit Cassirer, Warburg und Saxl ebenso wie mit der KBW und dem WI. Außerdem gibt es von ihr einige Entwürfe für eine Warburg-Biografie, die sie jedoch nie fertigstellte. Alle diese Texte sollen nun zum ersten Mal gesammelt, zusammengestellt und in den Originalsprachen Deutsch und Englisch publiziert werden.
Leitung: Martin Treml (ZfL), Philippe Despoix (Université de Montréal)
Kooperation: Barbara Picht (ZfL), Davide Stimili (University of Colorado, Boulder)