Carlo-Barck-Preis

Zur Förderung von Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen vergibt das ZfL den Carlo-Barck-Preis für eine herausragende Dissertation in den Literatur- und Kulturwissenschaften, die durch innovative Fragestellung und originelle Anlage besticht. Das Preisgeld von 12.000 Euro wird als ein sechsmonatiges Stipendium für einen Gastaufenthalt am ZfL vergeben.

Der Romanist Karlheinz »Carlo« Barck (1934–2012) erforschte die Geschichte der Ästhetik und Imagination seit dem 18. Jahrhundert, mit einem Schwerpunkt auf den französischen und spanischen Avantgarden des frühen 20. Jahrhunderts. Er warb stets für die Öffnung der Literaturwissenschaften hin zur Untersuchung anderer Künste und kultureller Praktiken. Unter seiner Federführung wurde das große Projekt der Ästhetischen Grundbegriffe erarbeitet, dessen erste Pläne und Konzepte noch am Zentralinstitut für Literaturgeschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR entstanden und das nach der Wende in Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus Ost und West erfolgreich zum Abschluss gebracht wurde. Barck war eine der tragenden Figuren des ZfL, auch in der Übergangsphase nach 1989, und hat das Forschungsprogramm des Hauses mit seinem weiten intellektuellen Horizont wesentlich mitgeprägt.* Seine Begeisterung für die Sache und seine inspirierende Gesprächsbereitschaft sind uns eine bleibende Erinnerung.

 

* Seit Einrichtung des Preises 2016/17 gab es Stimmen, die auf eine mögliche Arbeit Barcks für die Staatssicherheit der DDR hinwiesen. Das ZfL hat daraufhin zusammen mit Fachkollegen Einsicht in alle Barck betreffenden Akten des Stasi-Unterlagen-Archivs in Berlin genommen. Das Ergebnis der Akteneinsicht war, dass Karlheinz Barck zu keinem Zeitpunkt für die Stasi tätig war. Es gibt auch keine Hinweise auf von ihm verfasste Berichte über Dritte in diesen Unterlagen. Details zu dieser Recherche können in einer ausführlichen protokollarischen Notiz im Archiv des ZfL eingesehen werden.