Buchrücken alter französischer Bücher mit Bibliothekssignaturen.

NS-Raubgut? Systematische Bestandsprüfung der ZfL-Bibliothek

Nachdem ein kleines Konvolut französischsprachiger Bücher entdeckt wurde, in dem sich nachweislich NS-Raubgut befindet, soll auf Grundlage des Verdachts, dass sich in der Bibliothek des ZfL noch weitere NS-verfolgungsbedingt entzogene Bücher befinden, eine systematische Bestandsprüfung durchgeführt werden.

Hierfür werden im Projekt der gesamte Bestand der im Besitz des ZfL befindlichen Bücher mit einem Erscheinungsdatum vor 1945 (insgesamt ca. 5000 Einheiten) sowie die vorhandenen Zugangsbücher systematisch auf kritische Provenienzen überprüft. Sämtliche Titel und Provenienzmerkmale werden qua Autopsie beschrieben und verzeichnet, fotografisch dokumentiert und in die für die Provenienzforschung relevanten Kataloge und Datenbanken eingearbeitet. Übergeordnetes Ziel ist es, zu klären, bei welchen Exemplaren es sich um NS-verfolgungsbedingten Entzug handelt, um diese schließlich zu restituieren.

 

Abb. oben: Restitutierte Bücher aus der Bibliothek Henry Torrès, vormals ZfL-Bibliothek, © Dirk Naguschewski

Deutsches Zentrum Kulturgutverluste 2026–2027