Zwei Mädchen sitzen auf einem Storch, der in einem Schwarm über eine winterliche im Nebel liegende Stadt mit Plattenbauten fliegt.

Diasporische Identitäten in der Populärkultur. Belarus nach 2020

Im Zuge der gewaltsamen Niederschlagung der Massenproteste nach den manipulierten Präsidentschaftswahlen in Belarus im Jahr 2020 setzte eine neue, beispiellose Emigrationsbewegung ein. Im Gegensatz zu früheren Migrationswellen zeichnet sich die aktuelle durch einen deutlichen Anstieg der Gesamtzahlen aus, darunter insbesondere auch Fachkräfte. Zu dieser Gruppe gehören zahlreiche Wissenschaftler:innen, Künstler:innen, Schriftsteller:innen, Theaterleute, Filmemacher:innen und andere Kulturschaffende, die die belarusische Exilkultur maßgeblich prägen.

Im Rahmen dieses interdisziplinären Projekts werden Narrative kultureller Identität in der zeitgenössischen belarusischen (Populär-)Kultur im Exil untersucht. Aufbauend auf Erkenntnissen der Kultur- und Migrationswissenschaften zur diasporischen Identität analysiert das Projekt Transformations- und Hybridisierungsprozesse kultureller Identifikation in populärkulturellen Formaten und Medienprodukten. Im Fokus stehen die Aushandlungsprozesse, Konflikte, Widerstände, Konformitäten und Widersprüche zwischen verschiedenen Akteuren und Gemeinschaften der Diaspora sowie die Entstehung von Gegenerzählungen.

Wir verwenden bewusst den Plural »Diasporas«, um die Heterogenität belarusischer Migrant:innengemeinschaften zu betonen. Ein intersektionaler Ansatz erlaubt die Erfassung ihrer Diversität hinsichtlich Geschlecht, Alter, sozialer Schicht, Rechts- und Migrationsstatus, politischer und religiöser Orientierungen sowie unterschiedlicher Migrationsverläufe im Laufe der Zeit. Ziel ist die Entwicklung eines differenzierten Verständnisses der Widersprüche, Spannungen und Herausforderungen diasporischer Gemeinschaften. Zu diesem Zweck werden Perspektiven aus Literatur-, Kultur-, Medien- und Musikwissenschaft sowie Performance Studies berücksichtigt.

 

Abb. oben: Masha Sviatahor: Sleeping Girls Leaving the City (Ausschnitt), aus der Serie Kurasoushchyna, My Love, 2016. © Masha Sviatahor

gefördert von der Europäischen Union Juli–Dezember 2026

Veranstaltungen

Preisverleihung
26.11.2026 · 18.30 Uhr

Aleś Adamovič Award Ceremony

Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Eberhard-Lämmert-Saal, Eingang Meierottostr. 8, 10719 Berlin

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Workshop
26.11.2026 – 27.11.2026

Cultural Crossroads: Popular Culture, Diaspora, and the Quest for Belonging

Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Ilse-Zimmermann-Saal, Pariser Straße 1, 10719 Berlin

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Roundtable
09.10.2026 · 16.00 Uhr

Risk as Resource and Commodity: Critical Perspectives on the “Scholar at Risk” Ecosystem

Freie Universität Berlin, Henry-Ford-Bau, Garystraße 35, 14195 Berlin

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Panel
09.10.2026 · 09.00 Uhr

Negotiating Diasporic Identity: Cultural Productions and Narratives in Exile after 2020–2022

Freie Universität Berlin, Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft, Ihnestraße 22, 14195 Berlin

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Roundtable
08.10.2026 · 17.00 Uhr

Protecting Academia at Risk: Reflexions, Qualitative Fieldwork and Podcast

Freie Universität Berlin, Osteuropa-Institut, R. 323, Garystraße 55, 14195 Berlin

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Panel
13.07.2026

Negotiating Diasporic Identity: Cultural Productions and Narratives in Exile after 2020–2022

Karpaten, Ukraine / online

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